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Frollegen – Freunde und Kollegen: Geht das?

Vor- und Nachteile von Freundschaften im Job

Sarah Grewing 06.03.2017
„Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Schönste, was es gibt auf der Welt.“ Wer auch nur einen einzigen guten Freund hat, kann diese Liedzeile aus dem Filmklassiker Die Drei von der Tankstelle nur bestätigen. Wenn man dann auch noch, wie die Protagonisten des Films, mit seinen Freunden zusammenarbeitet, ist das wie ein Hauptgewinn. Doch Freundschaften im Job bergen auch Fallstricke. Im #BusinessKnigge verraten wir dir heute, wie du ein harmonisches Miteinander sicherstellen kannst.
#BusinessKnigge 15: Frollegen
#BusinessKnigge Teil 15 Freundschaft unter Kollegen

Statistisch gesehen verbringen wir 10 Prozent unserer Lebenszeit mit Arbeit. Und in so gut wie allen Jobs arbeitet man mal mehr, mal weniger eng mit anderen Menschen zusammen, erlebt gemeinsam Höhen, Tiefen und Alltagstrott. Kein Wunder also, dass sich im Laufe der Zeit Freundschaften entwickeln. Immerhin hat man viele Gemeinsamkeiten, etwa einen ähnlichen Werdegang und fachlichen Hintergrund sowie gemeinsame Projekte und Ziele. Und wer sich beruflich gut versteht, kommt sich oft auch privat näher. Der Plausch aus der Mittagspause wird bald beim Treffen nach Feierabend fortgesetzt. Dann trifft man sich auch am Wochenende, lernt vielleicht sogar Familie und Freunde kennen – und schwuppdiwupp haben sich Privat- und Berufsleben vermischt.

Freundschaft unter Kollegen – die Vorteile

So wird der Arbeitsplatz mehr als nur das, er wird zu einem zweiten Zuhause. Freunde im Job machen das Arbeiten leichter. Es herrscht eine angenehme – und manchmal ausgelassene – Stimmung im Büro, in Meetings versteht man sich auch ohne viele Worte und in Stresssituationen weiß man, da ist jemand, auf den man sich verlassen kann. Außerdem hilft es ungemein, wenn man sich hin und wieder mal über eine besonders nervige Anfrage auslassen kann – geteiltes Leid ist halbes Leid.

Freundschaft mit Kollegen – die Vorteile

↑ Arbeitsatmosphäre

↑ Kreativität

↑ Produktivität

↑ Arbeitsabläufe

↓ Stress

Zudem erfreuen Freundschaften unter Mitarbeitern nicht nur diese selbst, sondern auch den Chef. Denn wer mit Freude bei der Sache ist, ist kreativer, leistungsbereiter und ausgeglichener – kurz: produktiver.

Freundschaft unter Kollegen – die Nachteile

Leider sind wir alle nur Menschen – und in jeder Beziehung kann es mal Probleme geben. Was, wenn der Frollege bei der Bewerbung um eine neue Position auf einmal zum Konkurrenten wird. Oder er die neulich beim Feierabendbier entstandene Idee als seine verkauft? Oder wenn er seine Arbeit in letzter Zeit schleifen lässt, während man selbst Überstunden ohne Ende macht? Dummerweise kann man – anders als bei einem rein „privaten“ Freund – einem Kollegen bei Unstimmigkeiten nicht für eine Weile aus dem Weg gehen. Jetzt heißt es, die Balance zu finden zwischen freundschaftlicher und professioneller Beziehung.

Freundschaft mit Kollegen – die Nachteile

↑ Konkurrenz

↓ Arbeitsmoral

↓ Professionelle Distanz

↓ Work-Life-Balance

Das gilt übrigens auch für die berühmte Work-Life-Balance. Denn je nach Intensität der Freundschaft mit dem Kollegen kann die Vermischung von Privat- und Berufsleben dazu führen, dass man auch in der Freizeit nicht vom Job abschalten kann. Das Thema Arbeit wird sicher immer wieder mal aufkommen.

Knigge-Regeln: So klappt’s mit den Frollegen

Was also tun, damit der Frollege nicht zum Freind wird und die freundschaftliche Beziehung die Arbeit nicht negativ beeinflusst. Ein paar kleine Maßnahmen können helfen:

  1. Setze Grenzen

Arbeit ist Arbeit und Spaß ist Spaß. Beim Sport stehen sich Freunde in Sachen „Trash Talk“ vielleicht in nichts nach, aber im Job hat so etwas nichts zu suchen. Es gilt, möglichst klar zwischen Privatvergnügen und Beruf zu trennen – die wohl schwierigste Aufgabe für Frollegen.

Versuche zudem, die Beziehung zu Kollegen nur so intensiv werden zu lassen, wie du dich damit wohlfühlst. Du gehst nach Feierabend gern mit auf einen Absacker, aber die Wochenend-Eskapaden deines Kollegen als Gesprächsthema sind dir dann doch zu privat? Lenke das Gespräch elegant auf ein anderes Thema, zum Beispiel ein gemeinsames Hobby oder den nächsten Urlaub. Oder mach freundlich, aber bestimmt deutlich, dass du dich bei solchen Themen nicht wohlfühlst.

  1. Schieß nicht über das Ziel hinaus

Auf der anderen Seite kann es natürlich auch vorkommen, dass du derjenige bist, der von der Beziehung zum Kollegen zu viel erwartet. Hier ist Empathie gefragt. Natürlich kannst du deinem Büro-Freund gemeinsame Aktivitäten außerhalb des Jobs vorschlagen. Achte aber auf seine Reaktion: Ist er eher verhalten, was einen konkreten Termin angeht? Oder wahrt er bei Gesprächen in der Mittagspause generell eine professionelle Distanz? Dann möchte der Kollege es vermutlich bei einem freundschaftlichen Miteinander während der Arbeitszeit belassen.

  1. Bleib ein Teamplayer

Du und dein Büro-Bestie gehen durch dick und dünn: Ihr ergänzt euch im Job optimal, haltet euch gegenseitig den Rücken frei, mögt/hasst dieselben Kollegen und auch privat macht ihr die Straßen am liebsten gemeinsam unsicher? Besser kann’s kaum laufen. Doch wenn ihr in einem größeren Team seid, solltet ihr euch von diesem nicht zu sehr absetzen. Bezieht die anderen in eure Insider-Witze ein, geht mit ihnen zum Lunch oder ladet sie nach Feierabend in eure Stammbar ein – und macht auch mal etwas ohne den anderen!

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