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„Exploring New Territories“: TEDx in Hamburg

TEDxHamburg bot allerhand Sehens- und Hörenswertes über das Entdecken neuer Horizonte in verschiedenen Kontexten – und darüber hinaus.
Logo TEDx Hamburg
TEDx Hamburg

Welch inspirierendes Motto, unter dem TEDxHamburg am Montag stand. Schon so viele Vorträge diverser Redner und Künstler hatte ich mir bisher angeschaut und endlich ergab sich mir die Möglichkeit, persönlich einem TEDx Kongress beizuwohnen – und dann auch noch in Hamburg. Die schöne Laeiszhalle bot genug Platz für die vielen interessierten Zuschauer, die das größte TEDx Event Deutschlands besuchen wollten.

Gleich zu Beginn fiel mir die ebenso angenehme wie erfolgreiche Bitte des Gastgebers Stephan Balzers an das Publikum auf, ihre Smartphones und sonstige digitalen Geräte doch einmal ganz bewusst für die Dauer der Vorträge unberührt zu lassen. So gerne ich diesem Vorschlag auch nachkam, leider konnte ich dadurch nur wenige Fotos machen. Dennoch, ich hatte längst vergessen, wie ein Publikum aussieht, bei dessen Betrachtung man nicht mindestens zehn Smartphone-Bildschirme leuchten sieht.

Du kannst dir sicher vorstellen, dass viele in der Pause erst einmal ihrem so lange unterdrückten Verlangen nachgaben, auf ihr Endgerät zu schauen, und begannen, etwas zu twittern. Drei Zeitfenster mit fünf bis sechs Rednern eröffneten ihre Sichtweisen auf das Entdecken neuer Horizonte. Hier drei Beispiele:

Ist analog das neue bio?

Blick auf die Bühne in der Laeiszhalle.
TEDx in Hamburg stand unter dem Motto "Exploring New Territories´"

Buchautor André Wilkens setzte sich mit der Entdeckung auseinander, dass - ebenso wie das Bewusstsein gegenüber Lebensmitteln schärfer geworden sei - auch das Bewusstsein gegenüber digitalen Medien geschärft werden müsse. Wir seien stark darauf fokussiert, wo die Lebensmittel herkommen und ob das Tier anständig behandelt wurde. In anderen Konsumfragen, zu denen eben auch Medien gehörten, werde nicht annähernd so stark darauf geachtet. Hier haben bislang keine Risiken wie die Schweinegrippe oder SARS die Bevölkerung beängstigt. Das bedeute nicht, dass es sie nicht in anderer Form gäbe. André Wilkens schlug vor, ab und an eine Pause zu machen und analog statt digital zu agieren - ebenso, wie man manchmal zu ökologisch wertvollen Produkten greift, statt zu jenen aus Massenbeständen.

Wie cool ist das denn?

Der Raketenwissenschaftler und ESA-Mitarbeiter Fred Jansen berichtete von neuen Erkenntnissen über das Universum. Er schickte zusammen mit seinem Team bei der ESA einen Satelliten namens Rosetta per Space-Slingshot ins All. Der Satellit sollte sich einem Kometen annähern, welcher sich mit 55.000 km/h auf seiner Umlaufbahn befindet – und auf diesem eine Sonde absetzen.

Eingangsbereich Laeiszhalle
Die Laeiszhalle bot genug Platz für die vielen interessierten Zuschauer.

Die Mission war ein voller Erfolg, trotz anfänglicher Unklarheiten über den Verbleib der Landungseinheit. Die Sonde setzte einige Male auf der Oberfläche des Kometen auf und verfehlte die ursprünglich geplante Landeposition. Stattdessen landete sie an einer Stelle im Schatten. Die Wissenschaftler warteten also, bis der Komet sich drehte und die solarbetriebenen Energiespeicher der Sonde aufgeladen wurden. Als dies der Fall war, lieferte sie atemberaubende Bilder und jede Menge neue Erkenntnisse. So nahm man beispielsweise zuvor an, der Komet bestünde aus massivem Gestein. Aufnahmen und Messdaten legten jedoch nahe, dass es sich vielmehr um verdichteten „Staub“ und kleine Steine handelt.

So geht sinnvolle Städteplanung.

Zurück auf der Erde bot Ricky Burdett, Städteplaner und Berater des aktuellen Londoner Bürgermeisters Boris Johnson, Einblicke in neue Bereiche der Strukturierung der Stadt London. Dabei sollen sowohl die wachsende Bevölkerung, als auch die vergangenen olympischen Spielen, wegen derer riesige Flächen umgebaut wurden, berücksichtigt werden. Jetzt geht es darum, zu verhindern, dass die Gebiete nutzlos bleiben, bedenkt man, dass die Londoner Bevölkerung in Richtung Osten wächst – hin zu den olympischen Anlagen. Infrastruktur soll geschaffen werden. Wohnraum wird gebaut  Sportanlagen renoviert und zugänglich gemacht – und zwar für alle, nicht nur für „die Schönen und Reichen“. Ein großes Projekt, welches das Erschließen neuer Territorien wörtlich nimmt.

TEDx Hamburg
TEDx Hamburg

Insgesamt war TEDxHamburg für mich hochinteressant: Es waren tolle Redner da, Rhonda lieferte zwischendurch nette Musik und jemand schrieb sogar für mich mit, siehe Bilder.

Was denkst du über das Entdecken neuer Territorien? Es gibt unendlich viele Arten, Neuland zu entdecken, sei es durch das Überwinden eigener Ängste oder das Übertreffen fremder Erwartungen, um nur zwei zu nennen. Ich will Kommentare sehen!

Bis dahin, liebe Grüße,
Sam