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Die Doppelbelastung meistern: Studium und Job

Musst du was ändern? Beantworte unsere Checkfragen.

Sarah Grewing 14.04.2017
Wohnung, Kleidung, Essen, Semestergebühr – laut einer Studie des Deutschen Studentenwerks kostet ein Studium in Deutschland im Monat viel Geld – nämlich zwischen 570 und 1.100 Euro. Wenn du keine Unterstützung wie BAföG bekommen kannst und du dieses Geld selbst mit Studentenjobs verdienen musst, stößt du mit der Doppelbelastung durch Studium und Nebenjob schnell an deine Grenzen.

Im Semester: Jobs bis maximal 20 Stunden pro Woche erlaubt

Und möglicherweise auch an die der Prüfungsordnung: Denn erlaubt sind in Deutschland im Semester nur 20 Stunden Arbeit pro Woche. Die meisten Jobs für Studenten, wie zum Beispiel das Kellnern, sind aber nicht eben super bezahlt, sondern viele verdienen damit nur 450 Euro pro Monat. Sich mit so wenig Geld den Lebensunterhalt zu finanzieren, wird schwierig. Wir haben ein paar Tipps für dich zusammengestellt, worauf du achten solltest, um Studium und Nebenjobs zu meistern.

Eine Option ist natürlich, in den Semesterferien - wo du zeitlich unbeschränkt arbeiten darfst - durch einen Job so viel Geld zu verdienen, dass du dir ein finanzielles Polster anlegen kannst. Gelingt dir das jedoch nicht, weil du beispielsweise Hausarbeiten schreiben musst, suche am besten das Prüfungsamt auf, um über Ausnahmeregelungen zu sprechen, bevor du einen Nebenjob annimmst, der dein Leben finanziert. Ansonsten riskierst du deine Exmatrikulation.

Studieren und jobben – geht das?

So meisterst du den Balanceakt zwischen Studium und Job
Jobben im Studium - ein Balanceakt für viele Studierende.

Zunächst die Fakten: Sobald du im Semester mehr als 20 Stunden pro Woche in Nebenjobs oder Minijobs arbeitest und/oder mehr als 450 Euro verdienst, bist du in Deutschland auch als Student sozialversicherungspflichtig – wenn auch die Beiträge bis zu einem Einkommen von 850 Euro reduziert sind. Immerhin: Bleibst du mit deinen Jobs monatlich unter 700 Euro, musst du als Student zumindest keine Steuern auf dein Einkommen zahlen. Die Kehrseite: Mit 700 oder sogar 450 Euro im Monat kommt man eben nicht weit. Und Rücklagen für Unvorhergesehenes kannst du mit Minijobs auch nicht bilden. Solltest du aber, damit beispielsweise nicht die kaputte Waschmaschine deinem Studium ein Ende setzt.

Alltägliches neben Studium und Job

Klar, je mehr du arbeitest, desto größer ist der zeitliche Tribut, den du zahlst. Studenten, die 20 Stunden und mehr in Studentenjobs arbeiten müssen, weil sie kein BAföG bekommen, leiden oft unter der Doppelbelastung. Durch die Jobs bleibt ihnen oft nicht genug Zeit, Seminare vor- und nachzubereiten oder für Klausuren zu lernen. Schlechte Voraussetzungen für gute Noten und zügiges Vorwärtskommen.

Hinzu kommt, dass die Zeit zwischen Vorlesungstag und Nebenjob ohnehin meist gut mit alltäglichen Dingen gefüllt ist – Wohnung putzen, einkaufen, waschen, bügeln, Freunde treffen. So fehlt vielen Studenten am Ende oft die Energie, sich noch mal über die Bücher zu setzen und zu büffeln. Das Ergebnis: Studenten fühlen sich häufig zwischen dem Studieren und dem Nebenjob hin- und hergerissen. Das Gefühl, keiner der beiden Anforderungen richtig gewachsen zu sein, ist unangenehm.

Was dir die Jobs noch bringen

Mit großer Wahrscheinlichkeit ist dein Studium durch das Arbeiten nicht in der Regelstudienzeit zu schaffen. Wenn du dich rechtzeitig darauf einstellst, sollte das aber kein Problem sein. Es ist auch nicht zwangsläufig ein Nachteil: Wenn es dir gelingt, Studieren und Nebenjobs parallel zu organisieren, schaffst du nicht nur die Basis für gute Noten, sondern erwirbst schon als Student nebenbei Qualifikationen, die du später im Beruf gut nutzen und dem Arbeitgeber bereits in der Bewerbung deutlich machen kannst.

Zum Beispiel die Fähigkeit des Selbstmanagements. Die brauchst du später auf der Arbeit, um dich im Job flexibel auf unterschiedliche Herausforderungen, Projekte, den Arbeitgeber und den Kontakt zu verschiedenen Menschen gleichzeitig einzustellen. Obendrein trainierst du deine Stressresistenz und Belastbarkeit.

Studentenjobs wie das Kellnern können zwar Spaß machen, suche dir aber am besten Jobs, durch die du als Student schon in deinen künftigen Beruf reinschnuppern oder zumindest mögliche Einsatzfelder und Themen kennenlernen kannst. Doppelter Vorteil: Du verdienst Geld und knüpfst nebenbei auch noch Kontakt zu einem möglichen Arbeitgeber. So steigen die Chancen für einen direkten Übergang von der Uni in den Beruf. Oder aber der Nebenjob führt dich über die Abschlussarbeit, die du in diesem Unternehmen schreibst, in deine erste Festanstellung ohne eine weitere anstrengende Bewerbung.

Gut organisiert, meisterst du die Doppelbelastung Studium und Job. Gute Organisation ist der Schlüssel!

Gut organisiert meisterst du die Doppelbelastung Studium und Job.
Gute Organisation ist der Schlüssel!

Das Wichtigste: Gutes Selbstmanagement

Damit die Kombination aus Nebenjob und Studieren gelingt, müssen Studenten gut organisiert sein. Das bedeutet nicht nur, dass du deine Tage so planen solltest, dass sowohl für's Lernen als auch für die Studentenjobs genug Raum bleibt, sondern dass du die Zeiten dann auch tatsächlich wie vorgesehen nutzt. Nötig dafür sind eine gehörige Portion Selbstdisziplin, die Fähigkeit, dich selbst zu motivieren und Widerstandskraft, um dem Druck standzuhalten.

Um sicher zu sein, dass du mit der Doppelbelastung klarkommst, solltest du die folgenden Fragen mehrheitlich mit „Ja“ beantworten können:

  • Kannst Du den Zeit- und den Arbeitsaufwand für Studium und Nebenjob realistisch einschätzen?
  • Kannst du alles gut genug steuern, um nebenher etwas Anderes tun zu können?
  • Wann bleibt wie viel Zeit fürs Jobben?
  • Bleibt dir neben den Jobs und dem Studium ausreichend Freizeit zum Relaxen, für Interessen, persönliche Entwicklung, Freundschaften und Beziehungen?
  • Sind deine Fähigkeiten zur Selbstorganisation (Selbstdisziplin, Motivations- und Widerstandskraft) ausreichend?
  • Kannst du Prioritäten setzen – und dich daran halten?
  • Hast du klare Ziele für Nebenjob und Studium? Sind sie in deine Lebensplanung eingebunden?
  • Bist du sicher, dass du kein BAföG bekommst? Oft lohnt es sich, einfach einen Antrag zu stellen.

Gerade die Zielklarheit ist enorm wichtig, um trotz Doppelbelastung durchzuhalten. Trotzdem solltest du natürlich deine Ziele regelmäßig überprüfen: Zum einen, um festzustellen, ob du ihnen auch wirklich noch folgst. Zum anderen, um zu schauen, ob sie wirklich noch aktuell sind oder ob eine Kurskorrektur nötig ist.

Weitere Informationen zum Selbstmanagement:

Über Zeitmanagement und konzentriertes Arbeiten: „Golden Rules. Erfolgreich lernen und arbeiten: Alles was man braucht.“Ratgeber: „Arbeitsblockaden erfolgreich überwinden. Schluss mit Aufschieben, Verzetteln, Verplanen!“

Unsere Loftikanten haben vor einiger Zeit eine Umfrage zu diesem Thema an der Humboldt-Uni gemacht. Schaut es Euch an!

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