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Die Doppelbelastung meistern: Studium und Job

Sarah Grewing 11.04.2014
Wohnung, Kleidung, Essen, Semestergebühr – laut einer Studie des Deutschen Studentenwerks kostet ein Studium monatlich zwischen 570 und 1.100 Euro. Wenn dir keine Unterstützung wie BAföG zusteht und du dieses Geld selbst verdienen musst, stößt du mit der Doppelbelastung durch Studium und Nebenjob schnell an deine Grenzen.

Und möglicherweise auch an die der Prüfungsordnung: Denn erlaubt sind in der Vorlesungszeit nur 20 Stunden Arbeit pro Woche. Weil die meisten Studentenjobs aber nicht eben super bezahlt sind, wird es schwierig, damit den Lebensunterhalt zu finanzieren.

Eine Option ist natürlich, dir in den Semesterferien ein finanzielles Polster anzulegen, weil du dann zeitlich unbeschränkt arbeiten darfst. Gelingt dir das jedoch nicht, weil du beispielsweise Hausarbeiten schreiben musst, solltest du unbedingt mit dem Prüfungsamt über Ausnahmeregelungen sprechen, bevor du einen Nebenjob annimmst, der dein Leben finanziert. Ansonsten riskierst du deine Exmatrikulation.

Studieren und jobben – geht das?

So meisterst du den Balanceakt zwischen Studium und Job
Jobben im Studium - ein Balanceakt für viele Studierende.

Zunächst die Fakten: Sobald du in der Vorlesungszeit mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitest und/oder mehr als 450 Euro verdienst, bist du auch als Student sozialversicherungspflichtig – wenn auch die Beiträge bis zu einem Einkommen von 850 Euro reduziert sind. Immerhin: Bleibst du monatlich unter 700 Euro, musst du zumindest keine Einkommenssteuer zahlen. Die Kehrseite: Mit 700 Euro kommt man eben nicht weit. Und Rücklagen für Unvorhergesehenes kannst du damit auch nicht bilden. Solltest du aber, damit beispielsweise nicht die kaputte Waschmaschine deinem Studium ein Ende setzt.

Klar, je mehr du arbeitest, desto größer ist der zeitliche Tribut, den du zahlst. Studenten, die 20 Stunden und mehr arbeiten müssen, leiden oft unter der Doppelbelastung. Ihnen bleibt oft nicht genug Zeit, Seminare vor- und nachzubereiten oder für Klausuren zu lernen. Schlechte Voraussetzungen für gute Noten und zügiges Vorwärtskommen.

Hinzu kommt, dass die Zeit zwischen Vorlesungstag und Nebenjob ohnehin meist gut mit alltäglichen Dingen gefüllt ist – Wohnung putzen, einkaufen, waschen, bügeln, Freunde treffen. So fehlt am Ende oft die Energie, sich noch mal über die Bücher zu setzen und zu büffeln. Das Ergebnis: Studenten fühlen sich häufig zwischen Studium und Nebenjob hin- und hergerissen. Das Gefühl, keiner der beiden Anforderungen richtig gewachsen zu sein, ist unangenehm.

Mit großer Wahrscheinlichkeit ist dein Studium durch das Arbeiten nicht in der Regelstudienzeit zu schaffen. Wenn du dich rechtzeitig darauf einstellst, sollte das aber kein Problem sein. Das ist allerdings nicht zwangsläufig ein Nachteil: Wenn es dir gelingt, Studium und Nebenjob parallel zu organisieren, schaffst du nicht nur die Basis für gute Noten, sondern erwirbst auch nebenbei Qualifikationen, die du später im Berufsleben gut nutzen kannst.

Zum Beispiel die Fähigkeit des Selbstmanagements. Die brauchst du später, um dich im Nebenjob flexibel auf unterschiedliche Herausforderungen, Projekte und Menschen gleichzeitig einzustellen. Obendrein trainierst du deine Stressresistenz und Belastbarkeit.

Idealerweise suchst du dir aber einen Nebenjob, durch den du schon in deinen künftigen Beruf reinschnuppern oder zumindest mögliche Einsatzfelder kennenlernen kannst. Doppelter Vorteil: Nebenbei knüpfst du so auch noch Kontakte zu möglichen Arbeitgebern. So steigen die Chancen für einen direkten Übergang vom Studium in den Beruf. Oder aber der Nebenjob führt dich über die Abschlussarbeit, die du in diesem Unternehmen schreibst, in deine erste Festanstellung.

Gut organisiert meisterst du die Doppelbelastung Studium und Job.
Gute Organisation ist der Schlüssel!

Das Wichtigste: Gutes Selbstmanagement

Damit dir die Kombination aus Nebenjob und Studium gelingt, musst du gut organisiert sein. Das bedeutet nicht nur, dass du deine Tage so planen solltest, dass für beide Dinge genug Raum bleibt, sondern die Zeiten dann auch tatsächlich wie vorgesehen nutzt. Nötig dafür sind eine gehörige Portion Selbstdisziplin, die Fähigkeit, dich selbst zu motivieren und Widerstandskraft, um dem Druck standzuhalten.

Um sicher zu sein, dass du mit der Doppelbelastung klarkommst, solltest du die folgenden Fragen mehrheitlich mit „Ja“ beantworten können:

  • Kannst Du den Zeit- und den Arbeitsaufwand für Studium und Nebenjob realistisch einschätzen?
  • Läuft es gut genug, um nebenher etwas anderes tun zu können?
  • Wann bleibt wie viel Zeit fürs Jobben?
  • Bleibt dir ausreichend Freizeit zum Relaxen, für Interessen, persönliche Entwicklung, Freundschaften und Beziehungen?
  • Sind deine Fähigkeiten zur Selbstorganisation (Selbstdisziplin, Motivations- und Widerstandskraft) ausreichend?
  • Kannst du Prioritäten setzen – und dich daran halten?
  • Hast du klare Ziele für Nebenjob und Studium? Sind sie in deine Lebensplanung eingebunden?

Gerade die Zielklarheit ist enorm wichtig, um trotz Doppelbelastung durchzuhalten. Trotzdem solltest du natürlich deine Ziele regelmäßig überprüfen: Zum einen, um festzustellen, ob du ihnen auch wirklich noch folgst. Zum anderen, um zu schauen, ob sie wirklich noch aktuell sind oder ob eine Kurskorrektur nötig ist.

Weitere Informationen zum Selbstmanagement:

Über Zeitmanagement und konzentriertes Arbeiten: „Golden Rules. Erfolgreich lernen und arbeiten: Alles was man braucht.“Ratgeber: „Arbeitsblockaden erfolgreich überwinden. Schluss mit Aufschieben, Verzetteln, Verplanen!“

Unsere Loftikanten haben vor einiger Zeit eine Umfrage zu diesem Thema an der Humboldt-Uni gemacht. Schaut es Euch an!