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Der perfekte Handschlag

So gibst du deinem Gegenüber richtig die Hand

Christian Stöckl 27.07.2017
In unserer neuen Serie careerloft-Business-Hacks geben wir dir in kurzen Video-Tutorials von rund 30 Sekunden nützliche Tipps für den Business-Alltag. Was muss ich bei einem Geschäftsessen beachten? Wie binde ich meine Krawatte richtig? Wie verhalte ich mich bei einem Meeting? Auf diese Fragen sollst du Antworten finden. Zu jedem Video gibt’s einen Artikel mit weiteren Infos. Wir starten mit dem perfekten Handschlag. Das Video dazu findest du am Ende des Artikels.
Zwei Hände beim Handschlag

Warum geben wir uns die Hand?

Historisch wird der Handschlag damit erklärt, dass Personen, die die Hand zum Gruß ausstrecken, keine Waffe darin führen können. Wie oft es im Laufe unseres Lebens zu diesem waffenlosen Gruß kommt, haben Wissenschaftler auch hochgerechnet: Rund 15.000 Mal sollen wir Mitmenschen durchschnittlich die Hand geben, von frühesten Kindesbeinen bis zum Ende. Ein perfekter Handschlag ist aber nicht nur deshalb wichtig.

Schlüssel für einen guten Start

Der Handschlag ist vor allem in westlichen Kulturen verbreitet und prägt den ersten Eindruck entscheidend. Er gilt damit als Schlüssel für einen guten Start und legt maßgeblich den weiteren Verlauf eines Gesprächs fest. Versierte Personen können schon am Händedruck Charakterzüge einer Person in Richtung Unentschlossenheit, Zielstrebigkeit, Rücksichtslosigkeit und mangelnde Einsatzbereitschaft erkennen. Und auch erfahrene Personaler ziehen aus dem Händedruck eines Bewerbers erste Rückschlüsse auf seine Persönlichkeit.

Der erste Eindruck – per Hand

Nicht selten entscheidet der Händedruck mit darüber, ob wir unseren Gegenüber auf Anhieb sympathisch finden oder nicht. „Der Handschlag wird leider von vielen unterschätzt“, sagt die Körpersprache-Beraterin Monika Matschnig in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. In ihrem Buch "Körpersprache: Gestik, Mimik & Haltung: Sicher auftreten, Menschen gewinnen" schildert sie unter anderem, dass eine nach unten zeigende Handfläche darauf hindeute, dass derjenige eine führende Position einnehmen wolle.

Eine Handfläche, die nach oben zeige, stehe dagegen eher für Unterordnung. Von gleichgestellten Beziehungen könne man ausgehen, wenn sich die Personen die Handflächen senkrecht entgegen strecken. Der Druck selbst ist auch wichtig. Nach einer Studie der University of Iowa haben die Bewerber die größten Erfolgschancen, die einen kurzen und festen Händedruck haben. Bewerber mit schwachem oder zu starkem Händedruck dagegen haben schlechtere Aussichten. So kann der Handschlag für den Ausgang eines Vorstellungsgesprächs durchaus von Bedeutung sein.  

Knigge-Tipps für den perfekten Handschlag

Kommen wir nun also zu den konkreten Tipps für den perfekten Handschlag.

Wie lange soll ich die Hand geben?

Beim Handschlag darfst du die Hand des anderen ruhig etwas gedrückt halten, aber  nicht zu fest und nicht länger als fünf Sekunden; auch deshalb, um deinem Gegenüber nicht wehzutun. Man hinterlässt keinen guten Eindruck, wenn man die Hand des anderen quetscht und so auch zu forsch und rücksichtslos wirkt. Leichten Druck auszuüben und die Finger weder zu umklammern noch zu zerdrücken, ist die beste Entscheidung. Ebenfalls sollte die Berührungsfläche zwischen beiden Händen so groß wie möglich sein, damit du selbstsicher, aber dennoch freundlich wirkst.

Wie bewege ich meine Hand beim Handschlag?

Die Bewegung sollte flüssig und gewollt aussehen. Mach keine zu starken Bewegungen. Dein Handschlag könnte sonst hektisch wirken oder sogar als Drohgebärde empfunden werden. Die beste Wahl ist ein ruhiger und mittelstarker Händedruck.

Des Weiteren ist es wichtig, dass du deinen Arm nicht ganz durchdrückst, um nicht verkrampft zu wirken. Dein Unterarm sollte etwa in einem 90-Grad-Winkel zum Oberarm stehen, zumindest aber gebeugt sein. Auch ist es nicht sinnvoll, die Hand kaum auszustrecken. Du würdest deinen Gegenüber sonst zwingen, dir sehr nahe kommen zu müssen. Zudem solltest du vermeiden, die andere Person an dich heranzuziehen. Weitere Faustregel: Der Handschlag wird als unangenehm wahrgenommen, wenn du die Intimdistanz (etwa 50 cm Abstand) deines Gesprächspartners unterschreitest. Ein zu großer Abstand könnte wiederum als zu distanziert empfunden werden. Deshalb einfach eine Armlänge Abstand halten.

Wann verzichte ich auf den Handschlag?

Wenn du ordentlich erkältet bist oder eine andere ansteckende Krankheit hast, solltest du auf den Handschlag verzichten. Deshalb wird auch in einigen Arztpraxen auf den früher üblichen Begrüßungshandschlag verzichtet.

Was tun bei trockenen Händen?

Achte möglichst darauf, dass du trockende Hände hast, bevor du zum Handschlag ansetzt. Feuche Hände empfinden viele als unangenehm. Mit einem Not-Taschentuch in der Hosentasche bist du darauf vorbereitet und kannst entsprechend gegen wirken. Auch deorisierte Erfrischungstücher helfen – vor allem bei klebrigen Händen. Denn auch sie sind unangenehm zu greifen, ebenso wie sehr kalte Hände. Für den Fall mach einfach ein paar Fingerübungen oder probiere es mit einer Extraportion Kaffee, der die Durchblutung fördern und den Kreislauf anregen kann.

Gegenüber nicht die Hände verdrehen

Vermeide zudem, die Hand deines Gesprächspartners zu drehen. Du setzt deinen Gegenüber damit unter Druck. Er könnte gezwungen sein, sich in eine bestimmte Richtung zu drehen oder beugen zu müssen. Das würden viele als aggressives oder dominantes Verhalten einordnen.

Im Vorstellungsgespräch und bei der Arbeit

Kurz und knapp: Der perfekte Handschlag

  1. Der Handschlag muss im Stehen erfolgen.
  2. Deine Hand sollte trocken sein.
  3. Der Ranghöchste entscheidet, ob per Handschlag begrüßt wird.
  4. Als Gastgeber reichst du deinen Gästen die Hand – dem Ranghöchsten zuerst.
  5. Der Schwung erfolgt aus dem Ellbogen, nicht aus der Schulter.
  6. Beim Handschlag ist Blickkontakt zu halten.
  7. Drücke die Hand nicht länger als fünf Sekunden.
  8. Der Handschlag darf nicht zu kräftig, aber keinesfalls schlaff sein.
  9. Stelle dich mit Namen vor.
  10.  Wiederhole den Namen deines Gegenübers mit einem Gruß.

Bei einem Vorstellungsgespräch gehört der Händedruck zur Begrüßung und Verabschiedung dazu. Ob in der Arbeitswelt die Hände gereicht werden oder nicht, entscheidet in erster Linie der Chef oder die ranghöhere Person – so zumindestens die reine Lehre. Danach sollte der Chef die Hand zuerst ausstrecken. Ansonsten richtet sich der Mitarbeiter nach dem Kunden und der Herr nach der Dame.

Passende Mimik zum Händedruck

Durch ein freundliches Lächeln, einem direkten Blick in die Augen und einem netten „Guten Tag“ – verbunden mit dem Namen des anderen, sollte auch die Mimik und Sprache begleitend zum Händedruck passen. Ein paar nette Worte darüberhinaus, und die Begrüßung hat geklappt.

International gelten übrigens nicht selten andere Regeln, was das Händeschütteln betrifft. Nicht überall ist der Händedruck üblich. Beispielsweise ist in Japan eine kurze Verbeugung die gängige Begrüßungsform. Wenn du beruflich im Ausland zu tun hast, solltest du dich vorab über die lokalen Gepflogenheiten informieren.

Ein Tipp zum Schluss: Übe den richtigen Händedruck einfach mit einer dir bekannten Person. Sie kann dir offen eine Rückmeldung geben, ob du zum Beispiel zu fest oder zu schlaff drückst.

Wie es richtig geht, siehst du auch in unserem Video-Tutorial. 

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