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CeBIT 2015: Mit großen Schritten in die Zukunft der Technik

Roboter auf der CeBIT 2015
Roboter auf der CeBIT 2015

496.000 qm – eine Fläche vergleichbar mit einer Kleinstadt. Studenten, Schüler, Berufstätige, Auszubildende und viele andere bildeten eine internationale, interkulturelle Masse: Menschen aus China, Indien, den Vereinigten Emiraten und den Vereinigten Staaten, aus skandinavischen Gefilden ebenso wie aus dem europäischen Raum oder auch dem Norden Asiens – alle waren vertreten und bahnten sich ihren Weg durch das Messegelände der CeBIT 2015.

Begrüßt wurden sie von Promotern auf einem Rad. Nicht etwa ein Fahrrad, sondern ein einzelnes Rad von etwa 19“ Durchmesser, also eines mittelgroßen Desktops. Auf beiden Seiten wurden Trittbretter installiert und der Fahrer steuerte sein Gefährt durch die Verlagerung seines Gewichts. Ein Empfang der das Gesamtbild der Messe recht gut wiederspiegelte, wie ich erfahren sollte …

Niemand konnte und wollte sich der Technikkeule entziehen, die einem unweigerlich ins Gesicht sprang, sobald man eine der Messehallen betrat. Blinkende Lichter und Bildschirme von überdimensionalen Ausmaßen preisten die neuesten Programme, IT-Lösungen und sonstigen Produkte an, sodass man nicht recht wusste in welche Richtung man zuerst laufen solle.

Manche Trends waren zwar auf der CeBIT 2015 keine absolute Neuheit mehr, wurden allerdings in fortgeschrittenen Entwicklungsphasen präsentiert. Hier zeichnet sich ab: Was gestern noch Zukunftsmusik war, wird morgen einen selbstverständlichen Platz in unserem Alltag einnehmen.

Auf dem Weg in einen neuen Alltag

So kennt zwar mittlerweile jeder Drohnen, doch wo keine Grenzen gesteckt werden, müssen auch keine eingehalten werden. Immer bessere und kleinere Kameras liefern HD-Aufnahmen, Akkulaufzeiten verlängern sich zunehmend. Um in Sachen Reichweite zu punkten, werden entweder riesige Quadrocopter entworfen, die mühelos Berge überwinden können, oder kleine Flugzeuge aus styroporähnlichem Material gebaut, die schon fast an militärische Überwachungsdrohnen erinnern.

Wem der Gedanke, die Welt von oben zu sehen und gesehen zu werden eher weniger behagt, den interessieren vielleicht die immer erschwinglicheren 3D-Drucker. Anfangs noch klobige Maschinen, die auf großem Raum enorm lange brauchten, um teure Masse mittels hochkomplizierter Software in eine Form zu bringen, waren 3D-Drucker für lange Zeit ein Spielzeug für Technikbastler. Dank aufwendiger Designs und immer effizienteren Produktionsverfahren könnten die Drucker jedoch bald aus den Garagen von Tech-Pionieren in die Eigenheime der Massen wandern. Ambitionierte Softwareentwickler versorgen den weniger programmaffinen Laien mit einfachen Schaltelementen – auch die Druckmasse wird günstiger. Auf der CeBIT 2015 ist unübersehbar: Ein Wandel steht bevor, nicht nur in der „Industrie 4.0“.

Der Kunde wird Teil der Fertigung

Loftikant Sam vor den Toren der CeBIT 2015
Sam Terlinden

Unter diesem Leitthema nämlich behandelten die Aussteller und Referenten dieses Jahr Themen von globaler Reichweite. Das Internet der Dinge, eine der wichtigsten Säulen des Themenkomplexes, ermöglicht bei der Entwicklung der entsprechenden Programme geradezu unvorstellbare Möglichkeiten für den B2B-Sektor und den Endverbraucher.

Als Beispiel sei an dieser Stelle die Möglichkeit genannt, durch hochflexible Fertigungsanlagen große Kontingente an Einzelanfertigungen herzustellen. Bisher mussten diese entweder in Handarbeit hergestellt oder die gesamte Fertigungsanlage auf ein einzelnes Produkt angepasst werden. Deshalb lautet das übergreifende Ziel, eine hohe Wandlungsfähigkeit und effiziente Ressourcenverarbeitung zu erreichen – mit dem Kunden als Teil des Fertigungsprozesses. Um dies zu gewährleisten, veranstalten diverse Aussteller Vorträge und Hackathons. Dort konnten die Teilnehmer und Interessenten sich direkt mit dem Thema auseinandersetzen, neue Gedanken einbringen und sich mit bestehenden Ansätzen befassen.

So viel gab es zu sehen, lernen und bewundern und doch hatte ich auch nach einem ganzen Tag auf dem Messegelände das Gefühl, noch lange nicht alles entdeckt zu haben. Ich muss nächstes Jahr auf jeden Fall erneut auf die CeBIT, schon alleine um zu sehen, was sich alles getan hat.