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Business Knigge für Young Professionals

Die wichtigsten Tipps

Janin Istenits 13.07.2017
Das Berufsleben ist ein spannendes Feld, das genauso wie alle Lebensbereiche bestimmte Umgangsformen erfordert, die du dringend kennen solltest, wenn du Karriere machen möchtest. Etikette ist nämlich keineswegs altmodisch, sondern enorm wichtig und hilft dir dabei, beim Vorstellungsgespräch oder im Traumjob einen professionellen Eindruck zu hinterlassen – das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Vom ersten Kontakt per Mail über die Bewerbung und das Vorstellungsgespräch bis hin zum ersten Tag bei der Arbeit – in jeder Phase gilt es, bestimmte Regeln zu befolgen.
Young Professional freut sich im Konfetti-Regen
#BusinessKnigge: So hinterlässt du im Job einen professionellen Eindruck

Denn auf allen Stufen der Karriereleiter ist souveränes Auftreten ein Muss: vom Umgang mit Kunden über die Stelle im Management, zum Beispiel als Geschäftsleiter oder als Manager, bis hin zum Job als Trainee ganz am Anfang der Karriere. Wissen über das richtige Verhalten hilft dir dabei, in kein Fettnäpfchen zu treten. In diesem Artikel zum Thema Business Knigge erfährst du, worauf es ankommt – noch bevor du den Job in der Tasche hast und für die Zeit, in der du als Young Professional in der Karriere deiner Träume durchstartest.

Business Knigge für die Bewerbung

Damit erst einmal der Einstieg klappt, solltest du bei der Bewerbung alles richtig machen. Das bedeutet: Schicke eine ordentliche Bewerbung ab, denke daran, dass alle wichtigen Unterlagen enthalten sind und prüfe natürlich auch Rechtschreibung, Grammatik und Form, um Fehler zu vermeiden. Denn eine „unsaubere“ Bewerbung bringt dir gleich zu Beginn zahlreiche Minuspunkte ein und kann schnell zur Absage führen.

Wenn du alles richtig machst und deine Bewerbung sorgfältig ausarbeitest, hast du gute Chancen, vom Unternehmen kontaktiert zu werden. Wenn du eine Mail erhältst, solltest du unbedingt darauf achten, dass du zeitnah antwortest, höflich bist, die passende Anrede verwendest und alle Informationen lieferst, die von deinem Gesprächspartner gefordert wurden – denn das ist die beste Grundlage für ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch.

Knigge für das Bewerbungsgespräch

Auch beim ersten Zusammentreffen im Unternehmen ist es natürlich am wichtigsten, einen guten Eindruck zu hinterlassen und durch ein souveränes Auftreten zu überzeugen. Bereite dich also gut vor, wähle entsprechende Kleidung und bereite besonders interessante Themen für das Ende des Gesprächs vor, zu denen dir auch Fragen einfallen. Komme zudem auf keinen Fall zu spät, bemühe dich, deinem Gegenüber genau zuzuhören und sei auch höflich zu allen anderen Anwesenden im Haus, die du triffst – vom Portier über die anderen Mitarbeiter bis hin zum Personaler. Denn auch an deinem Benehmen und deinen Umgangsformen außerhalb des Vorstellungsgesprächs kann das Unternehmen ablesen, ob du dich für die gewünschte Karriere eignest oder nicht. Wenn du dich daneben benimmst, dann werden dich nämlich auch nicht deine ordentliche Kleidung oder dein hervorragendes Bewerbungsschreiben retten!

Ratgeber für Young Professionals – Diese Tipps solltest du berücksichtigen

Es gibt bestimmte Dinge, die in deinem Privatleben völlig in Ordnung sind – aber im Job für Unmut und Fettnäpfchen sorgen können. Wir erklären dir, wie du direkt vom ersten Tag an souverän im Unternehmen und im Umgang mit deinen Vorgesetzten und Kollegen auftrittst. Das Stichwort ist: Business Knigge. Richtige Umgangsformen, mit denen du bei allen Menschen, mit denen du zusammenarbeitest, sofort einen professionellen Eindruck hinterlässt. Ist das genau das, was du dir wünschst? Dann lies weiter in unserem Business Knigge für die erfolgreiche Karriere und lerne aus unseren 9 Tipps rund um das Benehmen am Arbeitsplatz.

1. Distanz bewahren

Du bist ein herzlicher Mensch, der seinen Gegenüber im Gespräch gerne auch mal berührt? Schön, das kommt beim Ausgehen mit Freunden oder dem Date bestimmt gut an – am Arbeitsplatz allerdings nicht. Du solltest versuchen, Abstand zu bewahren und dir vor Augen führen, wie du es umgekehrt empfindest, wenn dir auf professioneller Ebene Menschen sehr nahe kommen, die du eigentlich nicht kennst. Unangenehm, oder?

2. Professionell Feedback geben und mit Feedback umgehen

Wenn du der Meinung bist, dass einer deiner Kollegen Feedback nötig hat oder du sogar verärgert über bestimmte Fehler und Angewohnheiten anderer Mitarbeiter bist, solltest du darauf achten, dass du höflich und professionell Feedback gibst. Falsch ist es, jemanden vor versammelter Mannschaft zu kritisieren oder gar in gereiztem Ton auf bestimmte Fehler aufmerksam zu machen. Stattdessen solltest du mit derjenigen Person ein persönliches Gespräch suchen und dabei Wörter wie „nie“ oder „immer“ vermeiden. Geeignet ist hier immer die Sandwich-Methode, bei der du mit einem Kompliment einsteigst, daraufhin auf das Problem aufmerksam machst und mit einem aufmunternden Kommentar schließt. So kommt die Nachricht an und bleibt deinem Gegenüber weitaus besser in Erinnerung, als wenn du ihn oder sie bloßgestellt hättest.

Und ebenso gilt für dich: Wenn du kritisiert wirst, solltest du dich über die Rückmeldung freuen und versuchen, über die Kritik nachzudenken, beziehungsweise diese direkt im Arbeitsalltag umzusetzen. Höchst unprofessionell ist es, wenn du verletzt reagierst, beleidigend bist oder gar mit Gegenkritik konterst.

3. Gäste angemessen begrüßen

Du empfängst Gäste im Büro? Schön, dann verhalte dich auch wie ein höflicher Gastgeber! Das bedeutet: Gib ihnen genau Anweisungen, wo sie hinmüssen, in welchem Stockwerk dein Büro ist und wer in der Eingangshalle der Ansprechpartner ist. Hole die Gäste am besten direkt am Empfang ab oder verabrede einen Treffpunkt, der eindeutig ist. Vermeide auf jeden Fall, dass die Gäste planlos durch das Haus irren – das macht nicht nur auf den Besuch, sondern auch auf die anderen Mitarbeiter und deinen Chef einen schlechten, ungeordneten Eindruck.

4. Titel berücksichtigen

Ja, nach dem Abschluss an der Uni oder Hochschule geht es weiter mit der höflichen Anrede per Mail oder Brief: Denn auch im Beruf solltest du auf keinen Fall darauf verzichten, deinen Gegenüber mit dem akademischen Titel anzusprechen. Professoren und Mitarbeiter aus dem Mittelbau haben dich während deines Studiums vielleicht hin und wieder gerügt, wenn du in Mails locker mit „Hallo“ oder „Lieber Herr...“ begonnen hast und du hast das ganze Trara um das „Prof. Dr.“ natürlich überhaupt nicht verstanden. Aber im Berufsleben wird dir das wieder begegnen – sei also höflich, informiere dich über alle akademischen Titel und verwende sie auch! Einzig, wenn dein Gegenüber dir anbietet, die Titel wegzulassen, kannst du das tun.

5. Pünktlichkeit

Im Beruf sollte man natürlich auch einige Grundregeln aus dem Alltagsleben berücksichtigen – dazu zählt auch Pünktlichkeit. Bei Meetings, Terminen mit Kollegen oder dem Chef – plane immer genügend Zeit, um pünktlich im Sitzungssaal oder am Treffpunkt zu sein!

6. Klare Grenzen zwischen „Du“ und „Sie“ ziehen

In der Geschäftswelt ist es natürlich auch wichtig, sich sprachlich souverän zu verhalten. Nicht nur im persönlichen Umgang, sondern auch in einer Mail solltest du ungeschriebene Regeln beachten. Eine davon ist die korrekte Anrede. Sei dir immer im Klaren darüber, wen du duzen und wenn du besser siezen solltest. In deinem Unternehmen herrscht eine jugendliche Anredekultur, bei der alle Mitarbeiter geduzt werden? Aber bei manchen Kollegen bist du dir nicht so sicher? Geh einfach immer auf Nummer sicher, wenn du es nicht genau weißt, steige mit dem „Sie“ ein und duze Kollegen erst dann, wenn sie es dir anbieten oder es deutlich kommuniziert wird, dass es in Ordnung ist. Das ist wichtige Etikette, die du im Verlauf deiner gesamten Karriere immer beachten solltest!

7. Geschäftsanrufe bei Meetings

Das ist eines der heikelsten Themen: die Anrufe. In Zeiten von Smartphones passiert es natürlich noch häufiger, dass dich Anrufe erreichen, die dich bei Meetings oder Geschäftsessen stören. Hierbei solltest du strikt vorgehen und nur enorm wichtige Geschäftsanrufe während eines Meetings annehmen. Denn es gibt wenig Unhöflicheres als einen Geschäftspartner, der beispielsweise beim Geschäftsessen laut telefoniert oder sich für längere Zeit mit dem Smartphone in der Hand verabschiedet, um ein Telefonat zu führen. Gehe am besten gar nicht ans Telefon, wenn es nicht unbedingt sein muss. Und falls doch: Nimm den Anruf kurz an und teile dem Anrufer mit, dass du dich so schnell wie möglich zurückmeldest. Schließlich möchtest du nicht die Zeit deines Gegenübers beim Meeting oder Geschäftsessen verschwenden.

8. Soziale Netzwerke

Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter spielen im Jahr 2017 eine zentrale Rolle im Alltagsleben vieler Menschen. Das bedeutet natürlich auch, dass du viele deiner Kollegen bei Facebook finden kannst – und sie dich. Achte daher auch hier darauf, dass du dich im Internet professionell zeigst, keine Partyfotos öffentlich auf deinem Profil zu sehen sind oder du fragwürdige Inhalte teilst. Zudem solltest du dir überlegen, ob du Kollegen, mit denen du nicht besonders viel zu tun hast, wirklich bei Facebook zu deinen Freunden hinzufügst. Denn dann lädst du sie auch dazu ein, an deinem Privatleben teilzuhaben – und zeigst natürlich auch Interesse an ihrem. Twitter ist hier noch ein Sonderfall, denn für viele Arbeitnehmer in der Medienbranche ist diese Plattform inzwischen ein wichtiges Forum, um sich zu vernetzen und über neueste Trends, Entwicklungen und Nachrichten informiert zu werden. Versuche einfach, eine gute Balance zu finden, nicht sofort am ersten Tag alle Kollegen auf Facebook und Twitter hinzuzufügen und dich selbst auch professionell darzustellen.

9. Positiver Smalltalk

Ein letzter wichtiger Punkt in unserem Business Knigge ist das angemessene Verhalten beim Smalltalk. Während Kollegen aus den USA automatisch positiv eingestellt sind, wenn sie sich etwas lockerer unterhalten, neigen wir in Deutschland manchmal dazu, dabei ernster zu sein. Schnell kommen da tiefgründige Inhalte ins Gespräch und später wundert man sich, wieso das einem raugerutscht ist. Versuche beim Smalltalk mit Kollegen, positive Themen anzusprechen und nicht zu nörgeln oder gar jemand anderes schlecht zu machen. Dieses schlechte Benehmen wird dafür sorgen, dass du schnell einen negativen Ruf im Unternehmen weg hast – ganz zu schweigen von der Etikette im Unternehmen, die du klar missachtest hast.

Business Knigge als wichtigste Grundlage

Wie du siehst, ist Business Etikette wirklich wichtig, um im Job erfolgreich zu sein. Die Regeln aus unserem Business Knigge gelten natürlich nicht nur für den beruflichen Erfolg in Deutschland, sondern auch in allen anderen Ländern der Erde, wo der Knigge auch von internationalen Business Coaches gelehrt wird. Denn auch dort gibt es einen Business Knigge, der nicht nur selbstverständliche, sondern auch kulturelle Gegebenheiten thematisiert, um im Traumjob professionell Karriere zu machen. Aber wenn du das Wissen aus diesem Artikel richtig anwendest, immer darauf achtest, die Etikette zu wahren, auf deine Gesprächspartner einzugehen und Privates von Geschäftlichem zu trennen, dann kann in der Hinsicht eigentlich nichts mehr schief gehen bei deinem Start als Young Professional in Deutschland oder anderswo. 

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