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Business Knigge fürs Ausland: Für das erste Treffen

Mit unseren Tipps machst du eine gute Figur

Katja Mayer 30.09.2016
Geradlinig und fleißig, aber auch humorlos – das Klischee kennen Deutsche aus dem Ausland. Chinesen sind da ganz anders: Sie legen Wert auf Etikette und Rituale. Nur zwei Beispiele, die zeigen, wie wertvoll ein Business Knigge im Ausland ist. Damit lassen sich nicht nur peinliche Situationen vermeiden, sondern echte Pluspunkte für die Karriere sammeln.
Business Knigge fürs Ausland

Ein direktes „Nein“ in Gesprächen wird in China beispielsweise als unhöflich gedeutet und kann zum sofortigen Abbruch der Verhandlungen führen. Zwischen Begrüßung und Verabschiedung gibt es in allen Ländern jede Menge Fettnäpfchen. Wer in internationalen Teams arbeitet, weiß wie wichtig es ist, verschiedene Kulturen zu berücksichtigen. Interkulturelle Kompetenz ist der Schlüssel zum erfolgreichen Miteinander über Ländergrenzen hinweg.

Wer die Umgangsformen kennt, wickelt Business-Situationen in der Regel reibungsloser und erfolgreicher ab. Außerdem macht man sich für sein Unternehmen schnell zu einem unersetzlichen Vermittler zwischen den Nationen. Insbesondere die asiatische Kultur gewinnt für Deutsche zunehmend an Bedeutung, ebenso die Beziehungen zu US-Amerikanern. Eine Auswahl für deinen persönlichen Business Knigge fürs Ausland findest du hier:

Benimmregeln für China

In China haben Motivation und Jobsicherheit einen hohen Stellenwert. Normalerweise gibt es Gruppenpreise, Zielvereinbarungen und damit verbundene finanzielle Belohnungen. Auch Ausflüge und gemeinsames Essen bei Geschäftserfolgen gehören zum guten Ton. (Fürs Essen in China solltest du dir nochmal einen umfassenden China-Knigge durchlesen.) Man zeigt Respekt für den Beitrag, den ein Angestellter im Unternehmen leistet. Das stärkt die Motivation. Beim ersten Treffen sollte man den Termin zum Beispiel von einem gemeinsamen Bekannten genehmigen lassen. Der Anlass des Meetings sollte im Vorfeld geklärt und eine Liste mit allen teilnehmenden Personen erstellt werden. Der Gastgeber sollte jemanden organisieren, der die Gäste zum Treffpunkt begleitet, um hier Probleme zu vermeiden. Die Gäste werden in der Reihenfolge ihrer Hierarchie vorgestellt, die Leiter jeder Gruppe sind die Wortführer. Höflichkeit ist auch im Business oberstes Gebot. Unter keinen Umständen darf der Sprecher unterbrochen werden.

Benimmregeln für Japan

Bei einem ersten Treffen tauschen die Japaner erst einmal ihre Visitenkarten aus. Durch dieses Karten-Management wissen die Mitarbeiter in Japan, wen sie wie einordnen müssen. Die Karten müssen immer sorgsam überreicht, nicht einfach auf den Tisch gelegt werden. Einen festen Händedruck empfindet der Japaner als unangenehm, deshalb besser nicht so fest zupacken. Im Austausch miteinander gilt im Business Knigge: höflich und formal bleiben. Eine gerade Sitzhaltung einnehmen und Beine weder verschränkt noch breitbeinig zeigen.  

Benimmregeln für Indien

Meetings sind in Indien sehr beliebt. Sie dauern mindestens eine Stunde, manchmal auch vier bis acht Stunden. Jeder, der in dem Land Karriere machen möchte, kennt diese Zusammenkünfte. Es empfiehlt sich, pünktlich zu sein, obwohl die Treffen mit indischen Geschäftspartnern in der Regel zehn bis fünfzehn Minuten nach der vereinbarten Zeit starten. Das erste Treffen mit einer Gruppe wird meist als Kennenlernen initiiert. Dabei wird auch geklärt, warum sich eine Zusammenarbeit lohnt. Der älteste Anwesende stellt sich selbst vor, anschließend in hierarchischer Abfolge seine Teammitglieder. Inder sind zwar Teamworker, dennoch herrscht oft ein großer Wettbewerb zwischen den einzelnen Kollegen. Im Hinblick auf Wissensaustausch wird zwischen den Abteilungen also Zurückhaltung geübt.

Benimmregeln für die USA

In den USA sind die Menschen offen. Der erste Kontakt entsteht oft informell per E-Mail oder am Telefon. Wenn man sich persönlich begegnet, steht man zur Begrüßung auf, nimmt Blickkontakt auf, reicht die Hand und stellt sich mit Namen vor. Falls man einen Titel hat, braucht dieser nicht genannt zu werden. Das wird in vielen Fällen als arrogant ausgelegt, so der Business Knigge aus Amerika. Amerikaner sind überzeugte Teamworker. Es gibt nur selten hierarchische Strukturen. Entscheidungen werden in Teammeetings getroffen. Die Teams werden je nach Projekt zusammengestellt. Deshalb gehören virtuelle Kommunikationsmittel wie Video- und Webkonferenzen oder Telefonate zum Alltagsgeschehen.

Trainiere interkulturelle Kompetenz

Interkulturelle Kompetenz lässt sich trainieren – nicht nur im Ausland. Es gilt, das Bewusstsein für die eigene kulturelle Prägung und den Umgang mit anderen Kulturen zu schulen. Du wirst im Studium oder bei Praktika wahrscheinlich eher mit dem Business Knigge in Ländern wie Großbritannien oder Frankreich zu tun haben. Vielleicht erwartest du in Großbritannien die feinen Briten an ihren Teetassen, im Grunde genommen unterscheidet sich der Unternehmensalltag aber nicht wirklich von unserem: Zur Begrüßung ein Händedruck, gepaart mit dem obligatorischen „Nice to meet you“ und schon setzen relativ durchgeplante Strukturen ein. In Frankreich begrüßt du deine Geschäftspartner ebenfalls mit der Hand und nicht wie in Film und Fernsehen übermittelt mit dem Wangenkuss – das gilt für das Privatleben und nicht für das erste geschäftliche Treffen. Hier geht es in den Meetings etwas lockerer zu, wobei trotzdem Hierarchien geachtet werden. Ansonsten kannst du dich aber gut an dem deutschen Business Knigge orientieren.

Grundsätzlich brauchst du für grenzübergreifende Karrieretreffen die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen. Ein bisschen Übung in den folgenden Bereichen hilft:

  • Offenheit: Mach dir bewusst, dass deine eigenen Werte und Verhaltensmuster kulturell erlernt und nicht universell gültig sind. Übe deine Ängste abzubauen, gehe offen auf die Menschen zu und bleib auch in ungewohnten Situationen gelassen.
  • Perspektivwechsel: Versetze dich in dein Gegenüber: Wie wird wohl dein eigenes Verhalten von anderen wahrgenommen? Inwiefern lassen sich Dinge, die gesagt wurden und das Verhalten des Gegenübers mit kulturellen Eigenheiten erklären? Wenn dich etwas irritiert, sprich es offen an und hör aufmerksam zu, wie und was andere reden.
  • Chamäleon-Kompetenz: Wenn sehr gegensätzliche Auffassungen von Hierarchien, Pünktlichkeit oder Verbindlichkeit aufeinanderprallen und wiederholt zu Konflikten führen, versuche dein Verhalten anzupassen, und zwar so, dass es deinem Geschäftspartnern entgegenkommt.

Auch in speziellen Seminaren, die auf das globale Business abgestimmt sind, erhalten Manager und Mitarbeiter wichtige Tipps zum Umgang mit anderen Kulturen und können so ihren persönlichen Business Knigge weiter ausbauen. Viele davon finden direkt in den Unternehmen statt, sodass die Inhalte individuell auf die Situation vor Ort abgestimmt werden können.

Hier unser Buchtipp zum Thema Business Knigge: Business Knigge International: Der Schnellkurs