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Berufsentscheidung: Karriere heißt, den eigenen Weg zu finden

Katja Mayer 02.05.2012
Jung, gut ausgebildet, technisch fit, selbstbewusst: Die Generation Y ist sich ihres Werts voll bewusst. Auch bei der Berufsentscheidung. Und deswegen nicht mehr bereit, klaglos alles hinzunehmen – Traditionelle Werte, sinnlose Inhalte und althergebrachte Unternehmensstrukturen werden zunehmend hinterfragt.
Traditionelle Ideale verlieren an Bedeutung

Dabei gelten die Twentysomethings durchaus als zielstrebig: Sie wissen, was sie wollen, und sie fordern es auch ein. Entgegen kommt ihnen, dass die Zeit für sie spielt. In einigen Branchen sind talentierte Kräfte längst Mangelware. Jeden Tag schaffen derzeit Industrieunternehmen in Deutschland 500 Jobs. Und die Situation wird sich weiter verschärfen. Grund genug, sich zurück zu lehnen und das Arbeitsleben auf sich zukommen zu lassen?

Nichts muss ewig gelten

Nicht ganz. Aber ruhig angehen lassen kannst du es bei deiner Berufsentscheidung schon. Einen Beruf zu wählen, bedeutet heute nicht mehr, sich für alle Ewigkeit festzulegen. Physiker werden heute Unternehmensberater, Mediziner gefragte Redner und Autoren, Informatiker zu Architekten des 21. Jahrhunderts. Wissen veraltet heute schneller – immer bedeutsamer wird daher die Fähigkeit zu vernetztem Denken und dazu, Dinge neu zu denken, stetig zu lernen, zu moderieren, zu improvisieren. Und damit auch, sich selbst neu zu erfinden.

Das schafft viel Raum für die eigene Entwicklung. Aber nicht alles auf einmal, sondern peu à peu, Lebensabschnitt für Lebensabschnitt. Und der kann mal länger, mal kürzer dauern. Das kommt einer Generation entgegen, die offen ist für vieles, deren Interesse aber auch schnell wieder abflauen kann – für einige dann, wenn es mühsam wird. Gerade diese Spaß-Orientierung treibt die Generationen davor oft an den Rand des Wahnsinns. Sie sind noch Disziplin, Unterordnung und Durchhaltevermögen gewohnt.

Problemfall Studium 

Leider bestimmen aber genau diese Generationen noch die Strukturen. Gerade das Bachelor- und Master-Studium scheint fast wie ein Relikt aus vergangenen Tagen: starre Strukturen, schulische Inhalte, zügiger Durchlauferhitzer. Das alles ist nicht mehr wirklich zeitgemäß, gerade wenn man die Entwicklung der Informationsgesellschaft Revue passieren lässt. Aber es ist eben noch so. Und so mühen sich Nachwuchskräfte, deren Talente ganz woanders liegen, durch Studiengänge, die bis ins Detail Inhalt und Umfang jeder Prüfungsleistung festhalten. In der Regelstudienzeit abschließen ist das Einzige, was zählt.

Schade. Zum Erwachsenwerden gehört schließlich auch, seine Fähigkeiten entwickeln und einschätzen zu können, Ziele zu klären und seinen eigenen Weg einzuschlagen. Das geht aber nur über probieren. Und nicht über auswendig lernen und Prüfungsleistungen herunter schrubben. Kein Wunder, dass Studieren zunehmend frustriert. Dagegen hilft eigentlich nur Eines: den eigenen Weg finden. Und ihn dann zu gehen, auch wenn er gelegentlich beschwerlich wird.

Berufsentscheidung: Den eigenen Weg finden

  • Notwendig dafür ist Klarheit über die eigenen Ziele – und zwar vor dem Studium. Je genauer du weißt, wohin dein Weg gehen soll, desto besser kommst du mit den universitären Bedingungen klar. Überlege dir also: 
  • In welchem Berufsfeld du später tätig sein willst und welche Inhalte dir dort wichtig sind?
  • Ob dir Karriere oder Freiheiten und Freizeiten wichtiger sind – auch wenn beides kein Widerspruch mehr sein muss?
  • Wo deine Talente liegen, wie du sie am besten ausbauen und in den Wunschberuf einbringen kannst?

Das wird einige Zeit dauern, und neben all den universitären Tests solltest du so viele Praktika wie möglich absolvieren, um Deine Vorstellungen einem Realitätscheck zu unterziehen. Nutze alle Möglichkeiten, um Praxiserfahrung zu sammeln! In Frage kommen dafür nicht nur Praktika, sondern auch Nebentätigkeiten und Semesterferienjobs. Je mehr sie mit der angestrebten Tätigkeit zu tun haben, desto besser. So findest du auch heraus, ob deine Ziele wirklich zu deinen Fähigkeiten passen. Und gut fürs Selbstbewusstsein ist etwas Eigenständigkeit sowieso.

Lesetipp: Dieses Mal ein englisches Taschenbuch von Bea Field, Scott Wilder und Jim Bunch: "Millennial Leaders: Success Stories from Today's Most Brilliant Generation Y Leaders" - Kennt das jemand von duch? Schon gelesen?

Redaktion: Katja Mayer mit Karrierebibel