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Aus dem Nichts zum Traumjob – die Initiativbewerbung

Jasmin Elliott 01.03.2016
Loftikantin Jasmin
Initiativbewerbung – wie fange ich an?

Initiativbewerbung – was ist das?

Was unterscheidet die Initiativbewerbung von einer regulären Bewerbung? Du bewirbst dich auf eine Stelle, die es (noch) nicht gibt. Laut Prof. Dr. Thomas Bratscher ist die Initiativbewerbung „Werben in eigener Sache, das heißt für die eigene Person, um eine Stellung, ein Amt oder eine sonstige Tätigkeit zu erlangen.“ Wie du das richtig angehst, erfährst du hier:

Wie fange ich an?

Bevor du anfängst, in die Tasten zu hauen, darfst du den wichtigsten Schritt nicht vergessen: die Recherche! Die folgenden Fragen solltest du dir vor deiner Initiativbewerbung stellen.

  • Bei welchem Unternehmen und in welcher Abteilung möchte ich arbeiten?
  • Wo kann ich mich über das Unternehmen informieren? (Homepage, Blog, Pressemitteilungen, Job-/Fachmessen etc.)
  • An wen kann ich das Anschreiben adressieren?
  • Wen braucht/sucht das Unternehmen?
  • Welche Mehrwerte kann ich dem Unternehmen bieten?
  • Wie „verkaufe“ ich mich am besten?

Was muss rein?

Nachdem du dich ausführlich über das Unternehmen deiner Wahl informiert hast, geht es ans Schreiben. Da es kein offenes Stellenangebot gibt, sollte dein Motivationsschreiben besonders deutlich zeigen, warum du dich gerade bei diesem Unternehmen bewirbst. Es geht darum, den Personaler von dir zu überzeugen. Eine Bewerbung ist schließlich nichts anderes als Werbung in eigener Sache.

Schildere am besten anhand von Beispielen, was dich auszeichnet, welche Schlüsselqualifikationen dich von anderen unterscheiden und welche Kenntnisse du mitbringst. All dies soll zeigen, warum du für das Unternehmen wertvoll wärst. Informiere dich am besten über ein aktuelles oder geplantes Projekt der Firma und zeige daran, welche Probleme du wie lösen würdest.

Sei konkret! Das bezieht sich auch auf die Position, auf die du dich bewirbst. Aus deiner Bewerbung sollte deutlich werden, wo genau im Unternehmen du arbeiten möchtest und warum. Das zeigt zum einen, dass du dich ausführlich mit dem Betrieb auseinandergesetzt hast und zum anderen genau weißt, was du willst.

Wie falle ich durch Kreativität auf?

Wenn du noch mehr aus der Masse herausstechen möchtest, kannst du neben der klassischen Bewerbung auch kreativere Wege einschlagen.

Wie wäre es zum Beispiel, wenn du deinen Lebenslauf als eine visuell ansprechbare Slideshare, eine Infografik oder gar ein Poster aufbereitest? So hast du zum einen mehr Spielraum, deine Persönlichkeit und Kreativität zu zeigen. Und zum anderen hast du die Chance, wichtige Meilensteine oder Qualifikationen visuell zu hervorzuheben.

Achte jedoch darauf, dass die Bewerbung übersichtlich und leicht verständlich bleibt. Und besonders wichtig ist, dass du nicht zu kreativ wirst! Sonst geht es dir wie einer Bewerberin, die einen Föhn mit dem Spruch „Ich bringe frischen Wind in Ihr Unternehmen“ versandte. Dieser kam zurück mit der Antwort: „Heiße Luft können wir selbst produzieren.“ Also immer schön auf den Grad zwischen Genie und Wahnsinn achten!

Ein Tipp für die erfolgreiche Initiativbewerbung: Schreibe dir eine Stellenbeschreibung zu deinem Traumjob. Daran kannst du dich während des Schreibens orientieren und vergisst nicht, auf Schlüsselqualifikationen und gewünschte Verantwortungsbereiche einzugehen.

Was sind die Vor- und Nachteile von Initiativbewerbungen?

Bis hierher hast du erfahren, was so alles in eine Initiativbewerbung muss. Aber ist diese Art der Bewerbung das Richtige für dich?

Vorteile einer Initiativbewerbung

  • Da es kein konkretes Stellenangebot gibt, gibt es weniger Konkurrenz.
  • Ohne Anforderungsprofil kannst du Kompetenzen und Stärken hervorheben, die aus deiner Sicht am besten zu der Position passen, die du anstrebst.
  • Initiativbewerbungen können zu einem späteren Zeitpunkt Vakanzen füllen, bevor sie ausgeschrieben werden.
  • Ein individueller und unerwarteter Auftritt erweckt Aufmerksamkeit beim Unternehmen.
  • Eine Initiativbewerbung strahlt Eigeninitiative, Zielstrebigkeit und Mut aus.

Nachteile einer Initiativbewerbung

  • Du weißt nicht, ob überhaupt Personalbedarf besteht.
  • Ob und wann eine Rückmeldung erfolgt, ist ungewiss.
  • Es besteht die Gefahr, dass die Initiativbewerbung beim falschen Ansprechpartner landet.

Was ist noch zu beachten?

Immer weniger Unternehmen erwarten die klassische Bewerbungsmappe auf dem Postweg. Deine Bewerbungsunterlagen solltest du daher per E-Mail verschicken. Einige Unternehmen bieten auch Online-Formulare speziell für Initiativbewerbungen an. (Bei deiner Recherche bist du sicher auf die gewünschte Bewerbungsform des Unternehmens gestoßen.) Der elektronische Weg hat den Vorteil, dass deine Daten schnell erfasst und gegebenenfalls für spätere Vakanzen gespeichert werden können. Hinterlege dazu am besten noch den Vermerk, dass deine Unterlagen für spätere Zwecke aufbewahrt werden dürfen.

Neben dem Motivationsschreiben sind auch die Anhänge wichtig für den Erfolg deiner Bewerbung. Hierbei solltest du dich auf die wichtigsten Dokumente beschränken. Ist ein Zeugnis nicht relevant für den zukünftigen Bereich, lass es weg! Es geht schließlich um die Qualität, nicht um die Quantität deiner Anhänge. Denn sie haben die Aufgabe, dein Motivationsschreiben mit Fakten zu stärken.

Viel Glück beim Bewerben!

Deine Jasmin