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Arbeitszeugnis: Was ist das und was steht drin?

Das Studium ist abgeschlossen und deine Karriere beginnt. Endlich kannst du dein Wissen anwenden und es nicht nur für eine gute Note auf dem Zeugnis wiedergeben. Das ist beinahe richtig. Denn ein Zeugnis – und damit so etwas wie Noten – gibt es im Berufsleben auch. Wenn du deinen Job beendest, bekommst du in der Regel ein sogenanntes Arbeitszeugnis von deinem bisherigen Arbeitgeber. Das sollte bei deiner Bewerbung für neue Stellen in der Bewerbungsmappe nicht fehlen.

Wie sieht ein Arbeitszeugnis aus?

Es gibt zwei Arten von Arbeitszeugnissen. Das erste ist das einfache Arbeitszeugnis. Darin wird nur beschrieben, was du bei deiner bisherigen Arbeitsstelle gemacht hast. Was bei einer Bewerbung für einen potenziellen neuen Arbeitgeber aber auch interessant ist: Warst du total engagiert oder hast du nur Dienst nach Vorschrift geleistet? Das alles steht im sogenannten qualifizierten Arbeitszeugnis. Typische Kriterien sind die Zufriedenheit des Arbeitgebers mit Qualifikationen und Leistungen sowie dem Sozialverhalten.

Unterschied zwischen einem Zeugnis im Studium und einem Arbeitszeugnis

Arbeitszeugnis - Was musst du beachten?

Im Gegensatz zum Zeugnis in der Uni müssen die Formulierungen in einem Arbeitszeugnis laut dem Bundesarbeitsgericht „wahr und wohlwollend“ sein, damit der Arbeitnehmer keine Nachteile in seiner weiteren Karriere hat. Was aber, wenn der Arbeitnehmer schlechte Leistungen erbracht hat? Das wollen Arbeitgeber im Arbeitszeugnis normalerweise nicht verschweigen. Deshalb hat sich eine Art Verschlüsselungstechnik aus verklausulierten Formulierungen entwickelt, die viele Unternehmen anwenden. 

„Sie war stets bemüht“ – was sagen die Formulierungen im Arbeitszeugnis aus?

Auf den ersten Blick klingen alle Formulierungen im Arbeitszeugnis gut. Eine Aussage wie „Er führte die ihm übertragenen Aufgaben mit großem Fleiß und Interesse durch.“ hört sich so an, als wäre der Arbeitnehmer ziemlich gut gewesen. Tatsächlich wird damit aber eine ungenügende Leistung beschrieben, womit wir wieder bei den Schulnoten wären. Will der Arbeitgeber deutlich machen, dass die Leistung der Note sehr gut entspricht, müsste es heißen: „Er führte die ihm übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit aus.“ Bei der Note „ausreichend“ fehlen das „stets“ und das „vollste“. Mit diesen Formulierungen können Arbeitgeber im Arbeitszeugnis die gesetzlichen Vorgaben umschiffen und Kritik am Arbeitnehmer einbringen, was bei einer Bewerbung von Nachteil ist.

Ist das Arbeitszeugnis für alle verständlich?

Nein, leider nicht. Obwohl die Formulierungen im Arbeitszeugnis oft einem bestimmten Muster folgen, kennen viele Arbeitgeber auch nicht alle Floskeln. Das gilt vor allem für kleinere Unternehmen. Daher kann es zu Missverständnissen kommen. Wenn du ein schlechtes Arbeitszeugnis bekommst, solltest du noch einmal mit deinem Arbeitgeber über die Formulierungen im Zeugnis sprechen. Hier ist ein Muster für ein sehr gutes Arbeitszeugnis. Außerdem hat auch der Arbeitgeber einige Pflichten: Er muss das Arbeitszeugnis auf ordentlichem Papier mit einer Unterschrift innerhalb von drei Jahren aushändigen. Anders als beim Zeugnis im Studium hast du beim Arbeitszeugnis also auch ein gewisses Mitspracherecht und musst dir nicht alles gefallen lassen, was deiner Karriere schaden könnte.