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Arbeitslos nach dem Studium: Trotz guter Qualifikation kein Job – was nun?

Laura Schulte 23.09.2016
Du hast dein Studium abgeschlossen, bist qualifiziert und motiviert, deine Karriere zu starten und dann das: Es ist kein Job in Sicht. Du bewirbst dich auf zahlreiche Stellen, aber der Erfolg bleibt aus. Viele Absolventen sind nach der Uni zunächst arbeitslos, also lautet die erste Regel für Akademiker: Nicht verzweifeln! Und ggf. auch Arbeitslosengeld beantragen.
JobEinstieg: Arbeitslos nach dem Studium
Nicht verzweifeln! Viele Absolventen finden nicht auf Anhieb einen Job.

Laut einer aktuellen Statistik der Bundesagentur für Arbeit (Stand Juli 2017) entwickelte sich der Arbeitsmarkt für Akademiker weiter positiv: 2,6% Arbeitslosigkeit signalisieren Vollbeschäftigung. Beste Perspektiven also für Studenten, die frisch aus dem Studium kommen. Doch die Studie spricht auch davon, dass der Berufseinstieg und die Suche nach einem Job für junge Akademiker direkt nach dem Studium nicht immer einfach sind. Arbeitgeber erwarten meist Berufserfahrung und vor allem in den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften, den Medienberufen oder der Biologie sind oft nur wenig Stellen zu besetzen. Viele Akademiker dieser Bereiche suchen zur Überbrückung für die Zeit nach der Uni ein Praktikum oder Stellen, die nicht immer adäquat zu ihrem Studium passen, um keine Lücken im Lebenslauf zu lassen. Natürlich spielt auch der Faktor Geld für Studenten direkt nach dem Studium eine wichtige Rolle. Wer will sich schon darauf verlassen, dass der Anspruch auf Geld vom Staat durchgeht oder die Eltern um Unterstützung bitten?

Wie die Zeit zwischen Abschluss und Berufseinstieg überbrücken?

Zunächst ist es wichtig, zu überlegen, wie du dich finanzieren kannst und wie viel Geld du monatlich brauchst. Wenn du im Studium mindestens ein Jahr am Stück sozialversicherungspflichtig gearbeitet hast, hast du Anspruch auf Arbeitslosengeld I. Ist das nicht der Fall, kannst du Arbeitslosengeld II, auch bekannt als Hartz IV, beantragen. Der Regelsatz liegt zurzeit bei 409 Euro (Stand 2017). Zusätzlich übernimmt der Staat während deiner Arbeitslosigkeit die Kosten für Miete und Heizung sowie die Beiträge für die Krankenversicherung. Um Geld zu erhalten, gibt es strenge Regeln und Fristen, über die du dich gründlich informieren solltest, wenn du arbeitslos bist. Außerdem ist es sinnvoll, dass du etwa drei Monate, bevor dein Studium endet, zum Hochschulteam der Arbeitsagentur in der Uni gehst und dich zum Thema Arbeitslosigkeit und Arbeitslosengeld beraten lässt. Von der Erfahrung dort und den Tipps kannst du bei deiner Bewerbung und deinem Berufseinstieg profitieren.

Wenn du ohne Geld vom Staat über die Runden kommst, musst du deinen Anspruch auf Arbeitslosengeld nicht anmelden. Trotzdem kann es dir nützen, wenn du deine Arbeitslosigkeit bei der Arbeitsagentur angibst. Denn sie unterstützt Studenten bei der Jobsuche und kann auch Kosten für deine Bewerbungen übernehmen.

Was machst du, während du auf Jobsuche bist?

Erstmal lautet die Devise: Mach etwas Sinnvolles, das deine Karriere voranbringt. Arbeitslos sind viele nach dem Studium und auch Hartz IV ist kein Beinbruch. Nimm nicht den erstbesten Job an, um mehr Geld und keine Lücke im Lebenslauf zu haben. Unternehmen rechnen es Studenten in ihrer Bewerbung positiv an, wenn sie erste Berufserfahrung durch Praktika vorweisen können anstatt Arbeitslosigkeit. Hier sind Tipps, wie Absolventen die Zeit nach dem Studium und Abschluss bis zum ersten festen Job überbrücken können:

  • Sammle Auslandserfahrung. Es gilt, den Aufenthalt gut zu begründen. Natürlich darfst du nach dem Studium ein paar Monate auf den Malediven verbringen. Der Nutzen für deine Karriere sollte aber in deiner Bewerbung beziehungsweise deinem Lebenslauf deutlich werden. Bist du zum Beispiel Biologin und übernimmst nach der Uni Jobs in einem Nationalpark, sammelst du wichtige Berufserfahrung, mit der du in deiner Bewerbung vor allem bei international ausgerichteten Unternehmen punkten kannst.
  • Bilde dich nach dem Studium weiter. Wenn die Jobs in deinem zukünftigen Berufsfeld bestimmte Kenntnisse und Fähigkeiten verlangen, die du in deinem Studium an der Uni noch nicht richtig ausbilden konntest, ist jetzt die Gelegenheit dazu. Das können zum Beispiel Sprachkurse oder Zertifikate sein, die du bei einer Bewerbung und deinem Lebenslauf anführen kannst. Nicht immer musst du dabei viel Geld ausgeben. Frage auch hier bei der Arbeitsagentur für Arbeit an, ob sie dich unterstützen.
  • Engagiere dich. Bei einer ehrenamtlichen Tätigkeit kannst du vor allem deine Soft Skills ausbauen. Viele Unternehmen achten bei Absolventen zusätzlich zu guten Noten im Studium in der Bewerbung auf solche Faktoren. Auch hier gilt für Studenten, dass die Arbeit mit dem Fachgebiet zu tun haben und deine Karriere voranbringen sollte.
  • Und wie steht es um ein weiteres Praktikum? Das ist nicht unumstritten. Praktika können natürlich förderlich für den Berufseinstieg sein, weil du Kontakte zu Unternehmen knüpfst. Ein freiwilliges Praktikum ab 3 Monate muss mittlerweile zwar nach dem gesetzlichen Mindestlohn entlohnt werden, doch das ist natürlich weniger als das, was du in einer Festanstellung als Experte mit Hochschulausbildung verdienst. Überlege dir also gut, ob dich die Praktika in deiner Karriere wirklich weiterbringen oder ob du sie nur machst, um nicht arbeitslos zu sein und Hartz IV in Anspruch nehmen zu müssen.

Während dieser Phase nach dem Studium suchst du natürlich weiter nach einem Job und bereitest dich auf den Berufseinstieg vor. Dazu ist es sinnvoll, jede Woche feste Zeitpunkte einzuplanen, an denen du Bewerbungen schreibst. Du kannst auch ein Online-Profil auf einer Bewerberplattform anlegen. Weitere Tipps und Artikel zur Bewerbung findest du in unseren Tipps für das Bewerbungsschreiben.

Verzweifle also nicht, wenn du nach dem Studium zunächst vergeblich nach Jobs suchst, sondern nutze die Zeit, um dein Profil zu schärfen. Und sogar  Bewerbungsabsagen können dich weiterbringen – wenn du richtig mit ihnen umgehst. Du wirst nicht ewig Hartz IV beziehen oder arbeitslos sein. Noch mehr Infos zum Thema Berufseinstieg findest du in unseren folgenden Beiträgen.

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