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Arbeitslos nach dem Studium: Trotz guter Qualifikation kein Job – was nun?

Laura Schulte 23.09.2016
Du hast dein Studium abgeschlossen, bist qualifiziert und motiviert, deine Karriere zu starten und dann das: Es ist kein Job in Sicht. Du bewirbst dich auf zahlreiche Stellen, aber der Erfolg bleibt aus. Viele Absolventen sind nach der Uni zunächst arbeitslos, also lautet die erste Regel: Nicht verzweifeln!
JobEinstieg: Arbeitslos nach dem Studium
Nicht verzweifeln! Viele Absolventen finden nicht auf Anhieb einen Job.

Laut einer aktuellen Statistik (Stand 2016) der Bundesagentur für Arbeit waren 72 Prozent der Akademiker, die 2015 eine Stelle fanden, davor kürzer als ein halbes Jahr arbeitslos. Überhaupt ist die Arbeitslosigkeit bei Absolventen einer Hochschule nach wie vor die niedrigste aller Qualifikationsniveaus. Das bestätigt Kolja Briedis vom Hochschul-Informations-System in einem Interview: „Mittel- und langfristig finden fast ausnahmslos alle Hochschulabsolventen einen Job.“

Die Frage ist, wie du die Zeit zwischen deinem Abschluss und dem Berufseinstieg überbrückst.

Zunächst ist es wichtig, zu überlegen, wie du dich finanzieren kannst. Wenn du im Studium mindestens ein Jahr am Stück sozialversicherungspflichtig gearbeitet hast, hast du Anspruch auf Arbeitslosengeld I. Ist das nicht der Fall, kannst du Arbeitslosengeld II, auch bekannt als Hartz IV, beantragen. Der Regelsatz liegt zurzeit bei 404 Euro. Zusätzlich übernimmt der Staat während deiner Arbeitslosigkeit die Kosten für Miete und Heizung sowie die Beiträge für die Krankenversicherung. Um Geld zu erhalten, gibt es strenge Regeln und Fristen, über die du dich vorher gründlich informieren solltest. Außerdem ist es sinnvoll, wenn du etwa drei Monate bevor du dein Studium beendest, zum Hochschulteam der Arbeitsagentur in der Uni gehst und dich zum Thema Arbeitslosigkeit beraten lässt.

Wenn du ohne Geld vom Staat über die Runden kommst, musst du dich nicht arbeitslos melden. Es kann aber nützlich sein, dich bei der Arbeitsagentur arbeitssuchend zu melden. Dann unterstützt sie dich bei der Jobsuche und kann auch Kosten für Bewerbungen übernehmen.

Und was machst du in der ganzen Zeit, in der du auf Jobsuche bist?

Erstmal lautet die Devise: Mach etwas Sinnvolles, das deine Karriere voranbringt. Hier sind Tipps, wie Absolventen die Zeit zwischen Abschluss und Berufseinstieg überbrücken können:

  • Sammle Auslandserfahrung. Es gilt ist besonders wichtig, den Aufenthalt gut zu begründen. Natürlich kannst du nach dem Studium ein paar Monate auf den Malediven verbringen. Der Nutzen für deine Karriere sollte aber deutlich werden. Bist du zum Beispiel Biologin und übernimmst dort Jobs in einem Nationalpark, sammelst du wichtige Erfahrungen, mit denen du in deiner Bewerbung vor allem bei international ausgerichteten Unternehmen punkten kannst.
  • Bilde dich weiter. Wenn die Jobs in deinem zukünftigen Berufsfeld bestimmte Kenntnisse und Fähigkeiten verlangen, die du in deinem Studium noch nicht richtig ausbilden konntest, ist jetzt die Gelegenheit dazu. Das können zum Beispiel Sprachkurse oder Zertifikate sein, die du bei einer Bewerbung mit anführen kannst.
  • Engagiere dich. Bei einer ehrenamtlichen Tätigkeit kannst du vor allem deine Soft Skills ausbauen. Viele Unternehmen legen bei Absolventen zusätzlich zu guten Noten im Studium Wert darauf. Auch hier gilt, dass die Arbeit mit deinem Fachgebiet zu tun haben und deine Karriere voranbringen sollte.
  • Mach (k)ein Praktikum. Obwohl diese Idee naheliegt, ist sie umstritten. Praktika können natürlich förderlich für den Berufseinstieg sein, wenn man dort Kontakte knüpft. Das Problem ist, dass ein Praktikum in der Regel nicht so gut bezahlt ist, dass man davon leben kann. Mit einem Abschluss als Akademiker bist du schließlich qualifiziert für einen festen Job und solltest dich einem Unternehmen nicht als günstige Arbeitskraft unter Wert verkaufen. Überlege dir also gut, ob dich Praktika in deiner Karriere wirklich weiterbringen.

Während der ganzen Zeit suchst du natürlich weiter nach einem Job. Dazu ist es sinnvoll, jede Woche feste Zeitpunkte einzuplanen, an denen du nach aktuellen Stellen suchst und Bewerbungen schreibst. Du kannst auch ein Online-Profil auf einer Bewerberplattform anlegen. Weitere Tipps und Artikel zur Bewerbung findest du hier bei uns.

Verzweifle also nicht, wenn du nach dem Studium zunächst vergeblich nach Jobs suchst, sondern nutze die Zeit, um dein professionelles Profil zu schärfen. Und sogar Bewerbungsabsagen können dich weiterbringen – wenn du richtig mit ihnen umgehst. Früher oder später wird sich deine Mühe auszahlen.

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