DE EN

Arbeitgeberwahl: So gehst du vor

Die wichtigsten Auswahlkriterien

Melanie Pölking 30.07.2013
Die Suche nach dem passenden Unternehmen hat viel mit der Partnerwahl gemein: Weil du dich für einen Lebensabschnitt bindet, sollten deine Erwartungen mit denen des Partners übereinstimmen. Sonst droht schon nach kurzer Zeit eine heftige Krise.

Arbeitgeberwahl wie Partnerwahl

Und auch wie bei einer Beziehung wird der nächste Partner, pardon Arbeitgeber, danach fragen, warum die letzte Partnerschaft in die Brüche ging. Es könnte sich beim Kandidaten schließlich um eine generelle Beziehungsunfähigkeit handeln. Damit dir das nicht passiert, solltest du die Entscheidung für deinen künftigen Arbeitgeber gründlich vorbereiten. Hier sind unsere Tipps für deine Arbeitgeberwahl.

Auswahlkriterien festlegen

Die Recherche nach dem passenden Arbeitgeber beginnt folgerichtig bei dir selbst: Solange du nicht weißt, auf welche Kriterien du achten willst, brauchst du gar nicht erst mit der Suche anzufangen.

Abeitgeberwahl
Deine Erwartungen sollten mit denen deines Arbeitgebers übereinstimmen – sonst droht schon nach kurzer Zeit eine heftige Krise.

Überlege dir also bitte,

  • welche Qualifikationen du genau besitzt,
  • welche Branche dich reizt,
  • in welchen Bereichen du am liebsten arbeiten würdest,
  • welche Aufgaben du übernehmen willst,
  • was dir beim Arbeitsklima wichtig ist und
  • welche Perspektiven du erwartest.

Das ist keineswegs vergebene Liebesmüh', weil du als Einsteiger angeblich das nehmen musst, was dir das Unternehmen bietet. Im Gegenteil: Weil Arbeitsplätze keine Almosen sind – du bietest schließlich deine Top-Leistung! – brauchst du spätestens im Jobinterview handfeste Argumente, warum du hier anheuern willst. Wenn du dir diesen Schritt sparst und damit deinem Gegenüber überlässt, herauszufinden, was er mit dir anfangen kann, zeigst du nur, dass du deine Hausaufgaben nicht machst.

Gründlich recherchieren

Parallel dazu beginnst du, dich über in Frage kommende Branchen und Unternehmen zu informieren. Dabei findest du nicht nur Informationen über mögliche Arbeitgeber, sondern auch Kriterien, mit der du deine obige Liste ergänzen kannst.

Nutzen dafür kannst du:

Finde das passende Unternehmen
Welche Kriterien sind dir im Job wichtig?
  1. Stellenbörsen: Hier findest du neben möglichen Arbeitsplätzen auch Informationen über Bedingungen und Perspektiven in den Unternehmen, die diese anbieten – und kannst auswählen, welche davon für dich relevant sind.
  2. Karriereseiten: Viele Unternehmen bieten auf ihrer Homepage oder in Sozialen Netzwerken Informationen speziell für potenzielle Mitarbeiter. Hier kannst du deine Erkenntnisse aus den Stellenbörsen vertiefen. Nutze insbesondere die Interaktionsmöglichkeiten, um alles für dich Relevante herauszufinden – und gleichzeitig auf dich aufmerksam zu machen.
  3. Branchenverzeichnisse: In diesen Nachschlagewerken findest du sämtliche Unternehmen, die für dich in Frage kommen – und kannst dich auf die Suche nach weiteren Informationen machen, welche für dich tatsächlich als Arbeitgeber in Frage kommen.
  4. Unternehmensverbände: Auch hier findest du die Namen potenzieller Arbeitgeber – plus weitere Informationen zu den Unternehmen. Über diese Kanäle kannst du auch direkte Kontakte knüpfen.
  5. Career Service: Bei der hochschulinternen Karriereberatung erhältst du Tipps zu Unternehmen, die für deinen Einstieg in Frage kommen. Weil deren Mitarbeiter gute Kontakte zu den Arbeitgebern halten, können sie dir auch Ansprechpartner für deine Fragen vermitteln.
  6. Presseberichte: Sie liefern dir Hintergrundinformationen zu den Unternehmen, die für dich als Arbeitgeber in Frage kommen. So kannst du die Aussagen der Firmen selbst überprüfen und durch weitere Aspekte ergänzen.

Auf diese Weise erhältst du eine Liste mit Unternehmen für deine Arbeitgeberwahl. Denen kannst du jetzt näher auf den Zahn fühlen, um dir eine Entscheidung zu ermöglichen.

Angehörige kennenlernen

Am Besten gelingt das, wenn du dich mit möglichst vielen Menschen austauschst, die bei den Unternehmen arbeiten – oder gearbeitet haben. Sie ermöglichen dir einen Blick hinter die Kulissen und können dir sagen, inwieweit sich deine Erwartungen dort erfüllen werden.

Möglichkeiten dazu bieten dir:

  • Karrieremessen: Hier kannst du Unternehmensvertretern direkt auf den Zahn fühlen. So erfährst du nicht nur, was das Unternehmen bietet, sondern kannst auch deine Einstiegsoptionen klären. Außerdem hast du hier die Chance, deine Erwartungen auf Realisierbarkeit hin zu prüfen. Bei allen Aussagen des Personalers solltest du unbedingt auch auf die Subtexte achten.
  • Soziale Netze: Seiten wie LinkedIn oder Xing bieten dir die Möglichkeit, nach ehemaligen oder aktuellen Mitarbeitern interessanter Unternehmen zu suchen, Dich mit ihnen zu vernetzen und sie nach den Arbeitsbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten dort zu fragen. Weil Ihr dort unter euch seid, ist ein offener und ehrlicher Austausch möglich.
  • Karriereseiten: Zumindest bei den gut gemachten Bewerberplattformen findest du Ansprechpartner für deine Fragen – und erhältst in der Regel auch Antworten. Klar, dass du dort nicht offen negative Dinge über die Firma erfährst, sondern oft zwischen den Zeilen lesen musst. Selbst, wenn du keine Antwort erhältst, bist du um eine Erkenntnis reicher.
  • Alumni-Netzwerke: Absolventen deiner Hochschule geben dir in aller Regel gern Auskünfte über ihre aktuellen Arbeitgeber. Gratis gibt’s – wie auf den Karrieremessen – Tipps dazu, ob sich deine Erwartungen realisieren lassen.
  • Vorstellungsgespräche: Das ist nur auf den ersten Blick paradox, denn auch wenn Jobinterviews bereits die letzte Hürde vor der Einstellung sind, dienen sie immer noch der Klärung, ob die gegenseitigen Erwartungen erfüllt werden. Wenn das nicht der Fall ist, kannst du immer noch absagen – selbst wenn der Arbeitgeber dich nehmen würde.

Du solltest dir allerdings darüber im Klaren sein, dass die Arbeitgeberwahl kein Prozess ist, der nach einmaligem Durchlauf abgeschlossen ist. Vielmehr gleicht er einem kybernetischen System, in das du jede neue Information einspeist, um deine Suche zu verfeinern

Das bedeutet auch, dass du manchmal ein verfolgtes Ziel aufgeben und ein Stück zurückgehen musst, um dort einen anderen Faden aufzunehmen. Aber schon die Kontakte, mit denen du dabei dein Netzwerk ergänzt, sind es wert, diesen Aufwand zu betreiben.