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Dein Bewerbungsfoto: Fragen und Tipps

Wie du mit einem professionellen Bild einen guten Eindruck hinterlässt

Christian Focken 17.07.2017
Kennst du das? Du telefonierst mit einer dir bisher unbekannten Person und fragst dich die ganze Zeit, wie sie aussieht. Kaum hast du aufgelegt, googelst du ihren Namen. Diese Neugier ist natürlich – ist unsere visuelle Erscheinung doch ein wichtiger Teil unserer gesamten Persönlichkeit. So verwundert es nicht, dass die meisten Bewerbungen auch heute noch ein Bewerbungsfoto enthalten, das meist in den Lebenslauf integriert ist. Zumindest bei einer Bewerbung in Deutschland. Deshalb hier unsere Tipps rund das Thema Bewerbungsfoto.
#RichtigBewerben 40 – Bewerbungsfotos
Mit einem professionellen Bewerbungsfoto steigerst du deine Chancen auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch

Muss ich ein Bewerbungsfoto mitschicken?

Nein, du musst deinem Lebenslauf kein Bewerbungsfoto beifügen. Seit Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) beziehungsweise Antidiskriminierungsgesetzes im Jahr 2006 kann man in Deutschland bei einer Bewerbung auf das Bild verzichten. So soll auch auf diesem Weg erreicht werden, dass niemand aufgrund eines Fotos benachteiligt wird, das zum Beispiel Hinweise auf seine ethnische Herkunft gibt. Und natürlich soll dir bei der Suche nach einem Job kein Nachteil daraus entstehen, dass deine Bewerbung kein Foto enthält. In vielen Ländern sind Fotos in einer Bewerbung übrigens völlig unüblich. Bleibt aber die Frage:

Soll ich ein Bewerbungsfoto mitschicken?

Ja, wenn du dich bei einem deutschen Unternehmen bewirbst, empfehlen wir dir das. Bewerbungsfotos sind hierzulande üblicherweise Bestandteil der Bewerbung. Deswegen solltest du das Bewerbungsfoto als Chance begreifen und bei der Umsetzung einfach alles richtig machen: von der Kleidung über den Gesichtsausdruck bis zum Format. So kann sich das Unternehmen schon vor dem Vorstellungsgespräch einen visuellen Eindruck von dir verschaffen.

Soll ich das Bewerbungsfoto selbst machen oder zum Fotografen gehen?

Geh am besten auf Nummer sicher und deshalb zum Fotografen. Er wird dich in seinem Fotostudio ins rechte Licht rücken. Gute Fotografen wissen, wie perfekte Bewerbungsfotos auszusehen haben. Format beziehungsweise Maße/Größe und Belichtung sowie weitere Details sind ihnen bekannt und so steht dem guten Bewerbungsbild nichts im Wege. Sicher kann dir ein Fotograf auch Tipps für deine Kleidung geben. Eine aufwendige Bewerbung soll schließlich nicht an einem schlechten Bild scheitern.

Was ziehe ich für ein Bewerbungsfoto an?

Die passende Kleidung ist ein wichtiger Punkt bei jedem Bewerbungsfoto. Was du trägst, hängt von der Branche ab, für die du dich bewirbst. Um einen Klassiker zu bemühen: Wenn du dich um einen Job in der Kreativbranche bewirbst, kann deine Kleidung lockerer sein als bei einer Bewerbung in einer Bank oder Versicherung. Davon abgesehen gilt: Kleide dich lieber leicht overdressed als zu leger. Damit liegst du eigentlich bei jedem Personaler richtig. Als Bewerberin wählst du Bluse und Blazer oder Kostüm, als Bewerber Anzug, Hemd und eventuell auch Krawatte. Damit gilt für das Bewerbungsfoto der gleiche Tipp wie für ein Vorstellungsgespräch.

Und wenn ich das Bewerbungsfoto doch selbst machen möchte?

Dann solltest du auf die wichtigsten Punkte achten: Location, Kleidung, Format/Größe, Belichtung, Schärfe und Gesichtsausdruck. Der folgende Tipp mag dir banal vorkommen, tatsächlich aber passiert es – trotz aller Bewerbungsratgeber – noch immer, dass Bewerber statt eines professionellen Bewerbungsfotos ein Foto aus dem privaten Kontext mitschicken. Vermutlich denken sie, dass sie dort hervorragend getroffen sind und es deshalb nicht schadet, wenn sie auf dem Foto ganz locker mit Shirt am Strand stehen und dem Sonnenuntergang zusehen. Personaler schauen anders auf dieses Bild. Untergehen könnte deshalb auch deine Bewerbung, denn die Erwartungshaltung ist schlichtweg eine andere und über Geschmack lässt sich bekanntlich auch streiten.

Welche Location nutzt man für ein Bewerbungsfoto?

Je nach Jahreszeit und Wetter werden dich Fotografen drinnen im Fotostudio oder auch mal draußen fotografieren. Draußen können sie mit natürlichem Licht arbeiten. Gern wählen sie einen „ruhigen“ Hintergrund wie Ziegelmauern oder verputze Wände, die Bewerbungsfotos einen besonderen Charme verleihen können. Tipp: Nicht übertreiben. Das Shooting für ein Bewerbungsbild ist kein Modelshooting und der Hintergrund soll nicht vom Objekt selbst ablenken – und das bist du! 

Wieviel von mir ist auf dem Bewerbungsfoto zu sehen?

Bei einem klassischen Bewerbungsfoto erstellt der Fotograf ein Porträt. Darauf sieht man in der Regel dein Gesicht sowie deine Schultern und vielleicht noch einen Teil des Oberkörpers. Ganzkörperporträts sind selten. Wer auffallen möchte und bei wem das zur angestrebten Stelle passt, kann das Experiment wagen. Üblich ist es aber nicht. Das gängige Fotoformat von 4,5 cm Breite mal 6 cm Höhe spricht dagegen. Wem das zu normal ist, der kann zumindest ins leichte Querformat wechseln oder die quadratische Form ins Rennen schicken.

Wie schaue ich auf dem Bewerbungsfoto?

Lächeln ist angesagt! Dabei schaust du freundlich und offen in die Kamera. Anders als beim biometrischen Passbild – das Foto wird frontal von vorne geschossen – zeigt das Bewerbungsbild den Bewerber meist ganz leicht im Profil. Typisch dabei: Der Oberkörper ist um 45 Grad zur Seite gedreht, der Bewerber dreht den Kopf zurück in Richtung des Betrachters beziehungsweise Fotografen. Der Fotograf sollte zudem auf Augenhöhe stehen und fotografieren. Wenn du dein Bewerbungsbild im Fotostudio machen lässt, wird er dir sagen, was zu tun ist. Auf jeden Fall solltest du zu Hause und vor Ort dein Outfit checken. Haare, Make-up bei Frauen, Bart bei Männern – alles sollte tadellos sein.

Kein Fleck zu sehen? Gut so! Sitzt das Hemd oder die Bluse faltenfrei? Ist die Krawatte ordentlich gebunden und nicht verrutscht? Auch Fotografen übersehen solche Dinge manchmal. Deswegen schau dir die Fotos auf jeden Fall gründlich an, bevor du dein Okay gibst. Auch dein Lächeln muss vor allem dir gefallen. Im Zweifel lieber nochmal wiederholen, denn es geht um deinen Job und deine Karriere. Fällt dir Lächeln auf Kommando schwer? Dann denke einfach an etwas Schönes wie ein herausragendes Erlebnis, eine gute Freundin oder einen guten Freund oder den kommenden Urlaub. Das versetzt dich (hoffentlich) kurzeitig in eine gute Grundstimmung und erleichtert das Lächeln.

Was kostet ein Bewerbungsfoto?

Das hängt von mehreren Faktoren ab. Wenn du mehr Motive von dir machen lässt, zahlst du auch mehr für Bewerbungsfotos. Der Preis ist außerdem höher, wenn du zusätzlich zu den Printausdrucken auch einen digitalen Speicher erhältst und deine Fotos so künftig mehrfach verwenden kannst. Dieses Angebot ist bei manchen Fotografen aber auch im Preis inbegriffen. Natürlich gibt es erhebliche Preisunterschiede zwischen Fotografen. Wer sich in der Fotografie schon einen Namen gemacht hat, wird für das Shooting in der Regel mehr verlangen als ein „einfaches“ Fotostudio. Rechne mit circa 30 bis 40 Euro, wenn du mehrere Motive wünschst und neben einem Printausdruck auch einen digitalen Datensatz von deinen Bewerbungsbildern benötigst.

Das sollte dir dein Bewerbungsfoto aber auch wert sein. Wenn es als Tüpfelchen auf dem i den Ausschlag für eine Einladung zum Vorstellungsgespräch gibt, hat sich die Investition in dein Foto auf jeden Fall gelohnt. Dazu kommt eine gewisse Haltbarkeit. Wenn du dein Aussehen nicht radikal veränderst, bleibt dein Foto sicher für einige Zeit aktuell. Als Student oder Absolvent verändert sich dein Aussehen schließlich nicht mehr so schnell wie vielleicht noch zu Schulzeiten. Wichtig ist natürlich, dass dich der Personaler im Vorstellungsgespräch erkennt und kein wesentlicher Unterschied zwischen dem Bild und deinem Live-Auftritt besteht.

Wie integriere ich ein Bewerbungsfoto?

Nur noch selten verlangen Unternehmen Printbewerbungen. Kein Wunder. Anschreiben, Lebenslauf, Foto, Zeugnisse und Co müssen danach ihren Weg in die digitale Ablage beziehungsweise das Bewerbermanagement des Unternehmens finden. Die Regel sind deshalb Bewerbungen per E-Mail und – vor allem bei größeren Unternehmen – die Bewerbung über das jeweilige Bewerbermanagementsystem, in dem du die geforderten Dokumente hochlädst oder in die jeweiligen Masken eingibst. Falls zum Foto kein konkreter Wunsch vorliegt, kannst du es oben rechts oder links auf Seite 1 vom Lebenslauf integrieren. Falls du zusätzlich zu Anschreiben und Lebenslauf ein Deckblatt benutzt, platziere dein Bewerberbild gern auch dort. Solltest du deine Bewerbung klassisch ausgedruckt einreichen – vielleicht auch, um aufzufallen oder um besondere Dinge mitschicken zu können –, dann integriere das Foto besser auch hier digital, statt es auf den Lebenslauf aufzukleben, oder, noch schlechter, anzutackern. 

Übrigens: Der Aufwand für das perfekte Bewerbungsfoto lohnt sich auch deshalb, weil du die Fotos später auch zu anderen Anlässen in deiner Karriere einsetzen kannst. Schon beim Einstieg und deiner Vorstellung im Unternehmen könnte ein gutes Bild gefragt sein, später vielleicht, wenn du einen wissenschaftlichen Fachaufsatz verfasst oder mit Daten und Bild als Ansprechpartner deines Unternehmens fungierst. Also: Immer schön lächeln, wenn Bewerbungsfotos auf dem Plan stehen und es klick macht!

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