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Als deutsche Y20 Delegierte internationale Politik machen

Hallo liebe careerloft-Mitglieder,

vom 12. bis 15. Juli 2014 habe ich als deutsche Delegierte am Y20 Jugendgipfel in Sydney, Australien teilgenommen. Der Y20 Prozess ist offizieller Teil des G20 Prozesses und fand im Vorfeld zum diesjährigen G20 Gipfel statt. Da es eine tolle und bereichernde Erfahrung war und der Y20 Prozess uns jungen Menschen die Möglichkeit gibt, die internationale Politik zu beeinflussen und eine Art Lobby zu schaffen, möchte ich Euch davon berichten. Die deutsche Y20 Delegation, die von Policy Innovation e.V. ausgewählt wurde, bestand in diesem Jahr aus fünf Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Alter von 22 bis 28 Jahren – passenderweise sind auch Mitglieder von careerloft dabei.

Was ist der Y20 Prozess beziehungsweise der Y20 Gipfel?

Y20 Jugendgipfel in Sidney, Australien
Die Y20 Delegation in Australien

Der Y20 Gipfel bezeihungsweise Y20 Prozess findet offiziell im Rahmen der G20 Konsultationen statt und ist damit gewissermaßen ein Outreach-Prozess der Regierungen. Die Ergebnisse des Y20 Prozesses werden an die Regierungen und andere Stakeholder übergeben. Im Anschluss an einen mehrmonatigen vorbereitenden Austausch über Onlinemedien findet ein realer Gipfel im jeweiligen G20 Gastland statt. In diesem Jahr trafen sich über 100 junge Leute aus den G20 Ländern in Sydney. Im Mittelpunkt der vier fantastischen und intensiven Tage stand der Austausch über länderspezifische und gemeinsame Probleme sowie das Erarbeiten von Schwerpunktthemen und Handlungsvorschlägen für die Regierungen. Weitere Informationen könnt ihr auf der Seite des deutschen gemeinnützigen Vereins Policy Innovation e.V. finden oder auf der Website des diesjährigen Gastlandes Australien finden.

Ein Rückblick: Was macht die Teilnahme am Y20 Prozess so besonders?

Es war eine besondere Erfahrung, gemeinsam mit den anderen Y20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus den verschiedenen Ländern Themen und Empfehlungen für die Regierungen zu erarbeiten. Ich fand es sehr eindrucksvoll und lehrreich, Verhandlungsdynamiken und Interessens- sowie Kulturunterschiede in den Diskussionen und Verhandlungen „live“ zu erleben (wir waren glücklicherweise von Policy Innovation e.V. zu Verhandlungsstrategien während eines Vorbereitungsseminars gebrieft worden). Das Gipfel-Treffen in Sydney war gewissermaßen das Highlight des gesamten Y20 Prozesses. Nachdem ich zuvor einige Monate nur via Online-Medien mit den anderen Delegierten kommuniziert und gearbeitet hatte, war es schön, sie auch persönlich kennenzulernen. Ich habe viel über Probleme, Sichtweisen und Initiativen in anderen Ländern lernen können. Das hohe fachliche Niveau und das Engagement vieler Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren teilweise recht inspirierend. Nun, da unsere Ergebnisse vorliegen, stelle ich diese verschiedenen Stakeholdern vor, wie zum Beispiel dem Bundesverband der Deutschen Industrie und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände – ebenfalls eine tolle Erfahrung.

Johann Laura Lorde beim Y20 Gipfel in Australien
Johanna Laura Jorde und ihre Y20-Mitstreiter

Wie kann man Teil der deutschen Y20 Delegation werden?

Der gemeinnützige Verein Policy Innovation e.V. wählt jedes Jahr jeweils eine Delegation für den Y8/Y7 Gipfel und den Y20 Gipfel aus – dazu wird eine unabhängige Jury aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft einberufen. Neben den herkömmlichen Unterlagen wie dem CV werden bei der Bewerbung auch einige Textantworten abgefragt – es geht ja schließlich darum, gemeinsam Probleme zu diskutieren und Lösungsideen zu entwickeln. Details findet Ihr auf der Website des Vereins Policy Innovation e.V.

Wenn ihr mehr über uns und unsere Arbeit erfahren wollt, schaut doch mal auf unserer Facebook-Seite vorbei oder auf der Webseite von Policy Innovation e.V.

Ein Gastbeitrag von​ Johanna Laura Jorde

Johanna Laura Jorde hat Wirtschaftswissenschaften (BA) und Public Policy (MSc) studiert; zuletzt an der London School of Economics and Political Science. Sie war u.a. Stipendiatin des Begabtenförderwerks Cusanuswerk und des DAAD. Neben diversen Tätigkeiten in der Wirtschaft, wie z.B. bei Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und HSBC Trinkaus & Burkhardt AG, hat Sie auch bei den Vereinten Nationen (genauer UNDP) in Kuala Lumpur, Malaysia im Office of Audit and Investigations gearbeitet. Mittlerweile ist sie Trainee im Ausbildungsring der Deutschen Industrie- und Handelskammern und arbeitet in Berlin, Regensburg und Shanghai.