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Administrator – der Herr der Systeme

Voraussetzungen, Einsatzbereiche, Aufgaben, Gehalt

Sarah Grewing 30.04.2017
Die Berufsbezeichnung „Administrator“ hat ihren Ursprung im Lateinischen administrare, zu Deutsch verwalten – was zunächst eher unspektakulär klingt. Doch ein Administrator, auch Admin, ist derjenige, bei dem alle IT-Fäden von Unternehmen zusammenlaufen. Ein abwechslungsreicher Job mit viel Verantwortung. In diesem Artikel liefern wir dir einen Überblick über Einsatzgebiete, Einstiegsoptionen, Gehalt und mehr.
#JobEinstiegIT: der Administrator
Was macht eigentlich ein Administrator? #JobEinstiegIT

Wie wird man Administrator?

Bisher gibt es keine notwendigen, formalen Ausbildungs- oder Prüfungsnachweise, um eine Tätigkeit als Administrator auszuüben. Die benötigten Kenntnisse sind stark abhängig vom angestrebten Aufgabenbereich. Zu den derzeit üblichen Ausbildungen für den Job als Admin zählen etwa Fachinformatiker Systemintegration, Informatikkaufmann/-frau oder IT-Systemelektroniker sowie das Informatikstudium. Quereinsteiger gelangen häufig durch den Erwerb von entsprechenden Zertifikaten, etwa von Apple oder Linux, an die Qualifikationen für den Job als Admin.

Absolventen von Hochschulen arbeiten in der Regel jedoch nicht mehr ausschließlich als reine Administratoren, sondern werden vermehrt auch im Entwicklungsbereich von IT-Infrastrukturen eingesetzt.

Die Aufgaben eines Administrator

Und damit kommen wir schon zu den Aufgaben. Der Administrator eines Unternehmens ist der Herr über die Software. Anders als etwa IT-Techniker, kümmern sich Administratoren in der Regel weniger um den Kabelsalat, sondern sind vielmehr für den störungsfreien Systemablauf der IT-Infrastrukturen zuständig, die sie entwerfen, bauen und instand halten.

Sie verwalten alles, was das Unternehmen aus informationstechnischer Sicht repräsentiert und am Laufen hält. Kurz gesagt: Sie überwachen den System- und Netzbetrieb. Ein Admin trägt also eine große Verantwortung. Dabei kommt es nicht nur auf Reaktionsschnelligkeit an, sondern vor allem auf vorbeugende Maßnahmen gegen Systemausfälle.  

Dies kann je nach Größe des Unternehmens schnell zur Herausforderung werden, etwa wenn es darum geht, ein sicheres und dennoch anwenderfreundliches WLAN-Netzwerk aufzubauen. Zudem sind Admins häufig auch in das IT-Projektmanagement involviert, da sie technischer und organisatorischer Leiter zugleich sind.

Wo arbeiten Administratoren?

Administratoren arbeiten dort, wo IT-Infrastrukturen gemanagt werden müssen – und das ist heutzutage nahezu überall. So können sie etwa bei Kommunikationsprovidern, Domainanbietern oder Software-Beratungen tätig sein und entweder in großen Rechenzentren oder auch direkt vor Ort beim jeweiligen Kunden arbeiten. Oder aber sie sind direkt bei einem Unternehmen angestellt und werden ausschließlich Inhouse eingesetzt.

Größere Unternehmen haben normalerweise eigene IT-Abteilungen, in denen oft mehre Administratoren, die auf bestimmte Gebiete spezialisiert sind, arbeiten. In der Regel leisten sich bereits mittlere Unternehmen einen eigenen Systemadministrator, der das interne IT-System betreut.

Spezialisierungen

Systemadministrator, Netzwerkadministrator, Systemmanager, Operator – die diversen Berufsbezeichnungen lassen bereits erahnen, wie vielseitig dieses Arbeitsfeld ist. Hier einige Spezialisierungen im Überblick:

Web Administrator

  • Betreuung des Internetauftritts von Unternehmen, genauer die dahinterstehende technische Infrastruktur
  • Konfiguration, Pflege, Überwachung und Anpassung von Webservern für Websites und Web-Applikationen

Netzwerk- und Systemadministrator

  • Wartung, Planung und Aufbau lokaler Netzwerke (LAN)
  • Zusätzlich zuständig für die Hardware, zum Beispiel Arbeitsplatzrechner, Drucker, Telefonanlage, Router und Leitungen

Datenbankadministrator

  • Betreuung von Datenbanken
  • Zuständig für Einrichtung, Stabilität, Leistungsfähigkeit, Wartung, Fehlerbehebung, Aktualisierung und Optimierung von Datenbankstrukturen

IT-Sicherheitsexperte

  • Entwicklung von mathematischen Methoden und Strategien zum Schutz von Systemen und Netzwerken
  • Schutz von IT-Geschäftsprozessen, Nutzer-, Kunden-und Verbindungsdaten

Was verdient man als Administrator?

So vielfältig wie die Einstiegsvoraussetzungen und Einsatzbereiche ist auch das Gehalt, mit dem ein Administrator rechnen kann. Daneben spielen Unternehmensgröße und Region eine Rolle bei der Bezahlung. Dementsprechend groß ist die Gehaltsspanne: Zwischen rund 2.000 und 5.000 Euro brutto spuckt der Gehaltsrechner bei den verschiedenen Admin-Spezialisierungen aus.

Dabei gilt: Je besser die Qualifikation oder seltener die Spezialisierung, umso höher das mögliche Gehalt. Allerdings ist der Erwerb spezieller Zertifikate sehr zeit- und kostenaufwendig. Doch dann sind immerhin Gehaltssteigerungen auf bis zu 10.000 Euro brutto drin. Grundsätzlich bedeutet die Arbeit eines Admins ein lebenslanges Lernen, um technisch immer auf dem neuesten Stand zu bleiben.