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7 Tipps zur Frage nach deinen Schwächen

Melanie Pölking 02.12.2014
Sie gehört zu den Standardfragen in jedem Vorstellungsgespräch: „Was sind Ihre Schwächen?“ Aber weißt du auch, warum diese Frage eigentlich gestellt wird und welche Antworten erwartet werden? Tatsache ist: Jeder von uns hat negative Eigenschaften. Das zu leugnen, käme in einem Vorstellungsgespräch einem vorzeitigen K.O. gleich. Hier ein paar Punkte, die dir helfen, im Vorstellungsgespräch gute Antworten auf die Fragen nach deinen positiven und negativen Eigenschaften zu geben.
#RichtigBewerben: Die Frage nach den Schwächen

1. Wegwitzeln ist keine Lösung

Zugegeben: Die Antwort auf die Frage nach den eigenen negativen Eigenschaften ist keine leichte. Wohl auch deshalb versuchen manche, sie einfach wegzuwitzeln: „Ach, wissen Sie, meine Schwächen sind schöne Frauen und Bier.“ Dabei geht es dem Personaler gar nicht darum, im Vorstellungsgespräch deine „Fehler“ aufzudecken und dich bloßzustellen. Er will wissen, ob du dich objektiv mit dir selbst auseinandersetzen kannst. Und falls ja, was du daraus machst.

2. In puncto Schwächen im Vorstellungsgespräch bedeutet das:

Nimm dich selbst genau unter die Lupe. Finde Antworten darauf, was schlechte Eigenschaften an dir sind. Erstell dir eine Liste mit allen Eigenschaften, die du als negativ bewerten würdest. Wenig Praxiserfahrung, Ungeduld, fehlende Streitfähigkeit, Perfektionismus, Einzelkämpfer sein etc. Für dein Vorstellungsgespräch wählst du die Eigenschaften aus, die zwar negativ, aber nicht unbedingt Job-relevant sind. Wenn du dich auf eine Stelle als Helikopter-Pilot bewirbst, ist es nicht sehr gut, wenn du in deiner Antwort deine latente Höhenangst mit ins Spiel bringst.

3. Sei sparsam mit Allgemeinplätzen

Natürlich kannst du dich an Tipps in gängigen Bewerbungsratgebern bei den Fragen nach den positiven und negativen Eigenschaften im Vorstellungsgespräch orientieren. Allerdings solltest du nicht den Fehler machen, Eigenschaften in deiner Antwort einfach nachzuplappern. Die Beispiele unter Punkt 2 sind sogenannte Klassiker, die Personaler im Vorstellungsgespräch immer und immer wieder als Antworten hören. Treffen die besagten Eigenschaften tatsächlich auf dich zu? Und wenn ja, warum? Alles, was du sagst, solltest du immer an Beispielen aus deinem bisherigen Job-Alltag belegen können.

7 Tipps für die Frage nach Stärken und Schwächen
Ob Schwäche oder Stärke: Vermeide Extreme!

4. Vorsicht Falle

Ein Mitarbeiter der Personalabteilung verdient sein Geld damit, Menschen im Bewerbungsgespräch Fragen zu stellen und ihnen auf den Zahn zu fühlen. An dem Versuch, die Frage zu umschiffen, indem du in deine Antworten eine vermeintlich clevere Schwäche einbaust, sind schon viele gescheitert. Ein Negativ-Beispiel: „Ich bin fürchterlich ehrgeizig. Ich gehe nie vor 20 Uhr nach Hause und habe erst dann ein gutes Gefühl, wenn ich alles erledigt habe.“ Vermeide solche Pseudo-Schwächen. Aus ihnen werden eben auch nur Pseudo-Stärken. Der Personaler wird dann versuchen, mit gezielten Fragen deine wirklichen negativen Eigenschaften aufzudecken.

5. Zeig dem Personaler lieber, dass du dir Gedanken gemacht hast

„Es liegt mir nicht besonders gut, vor vielen Menschen zu sprechen. Ich erinnere mich an eine Situation bei der letzten Betriebsversammlung, in der ich recht unsicher war. Daraufhin habe ich beschlossen, daran zu arbeiten und einen Rhetorik-Kurs belegt.“ Mit solchen Antworten legst du nicht nur Ehrlichkeit an den Tag, sondern zeigst gleichzeitig, dass du bereit bist, an deinen negativen Eigenschaften zu arbeiten. Der konstruktive Umgang mit deinen Schwächen ist gut und spricht absolut für dich.

6. Vermeide Extreme

Den obenstehenden Satz könnte man auch anders formulieren. „Ich bin ein fürchterlicher Redner. Immer, wenn ich vor Publikum spreche, versage ich auf der ganzen Linie. Beim Gedanken an die letzte Betriebsversammlung läuft es mir kalt den Rücken runter.“ Achte darauf, nicht zu dick aufzutragen! Je aussichtsloser du deine Schwäche schilderst, desto schwieriger wird es für dich, ihr einen Lösungsvorschlag entgegenzusetzen.

7. Nichts ist absolut negativ

Wenn du deine Liste mit negativen Eigenschaften vor dir liegen hast, schau nochmal genau hin. Auf den ersten Blick schlechte Eigenschaften haben immer auch positive Seiten. Ein Beispiel:

„Eine meiner Schwächen ist, dass ich immer alles liegen lasse und dann auf den letzten Drücker erledige.“

Im Umkehrschluss bedeutet das: „Ich kann gut unter Druck arbeiten und in wenig Zeit viel leisten.“

Ob ein Aspekt als negative oder positive Eigenschaft bewertet wird, liegt also immer im Auge des Betrachters. Das, was du an dir selbst optimierbar findest, kann dein potenzieller Arbeitgeber schon wieder ganz anders sehen.

Mehr Tipps zur Frage nach den Schwächen gibt's im careerloft-Video:

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