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Mit Gruner + Jahr nach Frankreich

Bertelsmann Expat Annika Jungnickel berichtet

Melanie Pölking 08.10.2014
Für den Job ins Ausland. Das wollte Annika Jungnickel schon immer. Seit drei Jahren lebt und arbeitet die Bertelsmann-Mitarbeiterin nun in Paris. Gar nicht so weit weg von ihrer Heimat. Dennoch läuft in der französischen Hauptstadt vieles anders. Was, das erfahrt ihr hier:
Annika Jungnickel arbeitet seit drei Jahren bei Gruner + Jahr in Paris
Annika Jungnickel

Mitte 2011 bot man Annika Jungnickel die Stelle als Executive Assistant bei Prisma Media/G+J an. Die Entscheidung fiel der heute 32-jährigen nicht schwer. Aus der Zeit eines Praktikums- und Traineeaufenthaltes hatte sie bereits Freunde in der Stadt. Das machte den Anfang noch leichter. „Natürlich war ich die ersten Wochen abends völlig erledigt, von der Sprache und der unglaublichen Dichte an Menschen in Paris, in der Metro, aber auch in den Straßen“, erzählt Annika Jungnickel. „Daran habe ich mich aber schnell gewöhnt, ebenso wie an das große Kultur- und Freizeitangebot der Stadt.“ Der größte Schock waren die Mietpreise in der französischen Metropole: „30 bis 40 Euro pro Quadratmeter – daran gewöhnt man sich nicht, aber man lernt, damit zu leben. C’est la vie, dafür ist man in Paris“, sagt sie und lächelt.

Einstieg als Trainee

Angefangen hat alles mit einer Traineestelle bei Gruner + Jahr. Über 14 Monate durchlief Annika verschiedene Stationen im Unternehmen. Es folgten zweieinhalb Jahre operative Arbeit in der Projektleitung der Online-Seiten von G+J. Mittlerweile begleitet die junge Frau als Consultant im Bereich „Business & Strategy“ Akquisitionen und große Unternehmensprojekte von den ersten Überlegungen bis zur Implementierung beziehungsweise Integration.Deutschland und Frankreich seien sich – auf den ersten Blick – recht ähnlich. Das gelte auch für das Arbeitsleben. Aber natürlich kämen nach einer gewissen Zeit auch Unterschiede zum Tragen: „Ich bin hier von Anfang an toll aufgenommen worden und die Zusammenarbeit klappt sehr gut. Viele Dinge lernt man mit der Zeit. Wenn ein Kollege zum Beispiel sagt ‚C’est compliqué‘, heißt das zwar wörtlich ‚es ist schwierig‘, in der Realität bedeutet es aber ‚das ist unmöglich‘.“

Universität als Qualitätssiegel

Gruner + Jahr in Paris
Blick über Paris

Im französischen Arbeitsleben spiele die Uni, an der man seinen Abschluss gemacht hat, eine entscheidende Rolle. „Sie zählt quasi als lebenslanges Qualitätssiegel – auch noch nach 20 Jahren Berufserfahrung. Am Klingelschild meiner Ärztin steht neben ihrem Namen auch die Uni, an der sie studiert hat!“ Auch im Gespräch mit den französischen Kollegen sorgt die Deutsche mit ihren Erzählungen immer mal wieder für offene Münder: Dass in Deutschland Doktortitel außerhalb der Medizin verwendet werden, sorgte bei allen für großes Staunen. Ein spannender Austausch für beide Seiten. Annika Jungnickel sagt: „Ich lerne viel und das macht mir Spaß. Ich bin mit meinem Job und den Aufgaben sehr zufrieden. Bei Prisma haben wir in den letzten drei Jahren eine ganze Reihe von Akquisitionen getätigt und es laufen weitere spannende Projekte. Was die Zukunft bringt, wird man sehen!“