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Das Gap-Year – Firmen legen Programm für Studenten auf

Christian Focken 30.10.2013
Lesen, Büffeln, Pauken bis die Köpfe rauchen. Ein Studium an einer Universität heißt viel Theorie; die Praxis bleibt dabei oftmals außen vor. Sei es, um herauszufinden, was man im Job eigentlich möchte (und was eben nicht) oder um bei Bewerbungsgesprächen mit Erfahrungen zu punkten. Im Gap-Year kannst du beides erreichen. 
Das GapYear-Programm

Firmen bieten Gap-Year

Nach dem Bachelor-Studium brennen die meisten Studenten darauf, ihre Fachkenntnisse anzuwenden und herauszufinden, wie es in der Wirtschaft wirklich läuft – das ist meist nämlich ganz anders als im Mikrokosmos Uni. Eine Auszeit vom ewigen Lernen kommt den meisten Studenten daher gerade recht. Wann ist der Zeitpunkt also besser, um Praxiserfahrungen zu machen als vor dem Master-Studium, in dem es noch mehr Input gibt?

Das dachten sich auch vier internationale Top-Unternehmen, die gemeinsam ein Gap-Year für Studenten mit überdurchschnittlichen Leistungen anbieten, um so zur beruflichen Orientierung beizutragen und sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Das Praxisjahr zwischen Bachelor und Master umfasst verschiedene Stationen bei Bertelsmann, Henkel, Allianz und McKinsey & Company. Im  Rahmen von mehrmonatigen Praktika erhält man Einblicke in den Unternehmensalltag und dies verschiedenen Bereiche der Unternehmen. Diese können sowohl im deutschen Hauptquartier oder in einem der vielen internationalen Standorte absolviert werden. 

Imke und Maria berichten

Schon bei der Bewerbung können bereits Interessenschwerpunkte angegeben werden. Eine freiwillige Mitarbeit bei einem sozialen Projekt oder die Verwirklichung eigener Pläne runden das Programm ab. Mehr Infos gibt es hier: http://www.gapyear-programm.de/

Auch careerloft-Mitglieder Imke und Maria haben sich für das Programm beworben und sind gerade mittendrin. Bei careerloft erzählen sie, wie sie das Gap-Year erleben.

Was hat Euch dazu bewogen, ein Gap Year zu machen?

Imke: Ich wollte nach meinem Bachelor-Studium zunächst praktische Erfahrungen sammeln und mich für den Master orientieren.

Maria: So war es bei mir auch. Ich wollte einfach die Chance nutzen, ein paar Unternehmen und Aufgaben kennenzulernen.

Wie habt Ihr vom Gap Year-Programm erfahren und aus welchem Grund habt Ihr euch beworben?

Imke: Eine Freundin hat mir davon erzählt und mir das Programm empfohlen.

Maria: Ich glaube, ich habe über einen Newsletter zum ersten Mal davon erfahren.

Passt das Programm zu Eurem Studium oder wolltet Ihr bewusst eine Abwechslung?

Maria: Ich habe International Management studiert. Von daher passt das Programm gut zu meinem Studium, da es mir die Möglichkeit gibt, die verschiedenen Inhalte, die ich in den Vorlesungen kennengelernt habe, nun in den Unternehmen „live“ zu sehen.

Imke: Mir geht es ähnlich. Ich habe BWL ohne eine bestimmte Vertiefung studiert. 

Wie lief die Bewerbung ab?

Maria und Imke: Im Internet mussten wir eine Online-Bewerbung ausfüllen und unsere Bewerbungsunterlagen hochladen, Lebenslauf, Zeugnisse etc. Natürlich musste man auch ein Motivationsschreiben verfassen. Bei der Bewerbung kann man bereits angeben, für welche Praktika man sich interessiert. Nach Ablauf der Bewerbungsfrist wurden wir dann zu einem Auswahltag eingeladen. Dort hatten wir an einem Tag Einzelinterviews mit den jeweiligen Unternehmensvertretern. Nach ein paar Tagen wurden wir dann direkt angerufen und haben die Zusage für das Gap Year-Programm erhalten.

Welche Stationen habt Ihr bisher durchlaufen? Welche folgen noch?

Imke: Seit dem 1. September bin ich für 3 Monate bei Bertelsmann in Gütersloh in der Unternehmenszentrale im Bereich Strategie und Controlling tätig. Von Januar bis April nächsten Jahres werde ich zu Henkel gehen und dort im Bereich Logistik und Supply Chain arbeiten. Meine letzte Station ist von Mai bis Juli bei der Allianz in München im Inhouse Consulting.

Maria: Ich bin auch seit dem 1. September bei Bertelsmann und arbeite in der zentralen Unternehmensentwicklung. Von Januar bis April gehe auch ich zu Henkel und werde dort im Nationalen Brand Management eingesetzt. Im Anschluss möchte ich dann gerne noch ein Sozialprojekt machen.

Welche Erfahrungen haben Euch (bisher) besonders beeindruckt?

Maria und Imke: Besonders toll ist es, so viele spannende Persönlichkeiten kennenzulernen, sowohl unter den Gap Yearlern als auch in den Unternehmen. Bisher gab es nur positive Rückmeldungen.

Warum ist Bertelsmann besonders spannend? 

Maria: Die vielfältigen Projekte rund um das Thema Medien sind sehr spannend. Täglich gibt es Neues zu entdecken. Momentan dreht sich vieles um die Digitalisierung der Inhalte und Produkte. Das ist eine Herausforderung aber auch eine tolle Entdeckungsreise.

Imke: Außerdem ist es immer wieder beeindruckend zu sehen, wie facettenreich und unterschiedlich die Divisionen von Bertelsmann sind. 

Inwieweit hat das Gap Year-Programm Euch in Euren beruflichen Entscheidungen (Masterprogramm, Karriereziele) beeinflusst?  

Imke und Maria: Da wir ja gerade erst gestartet sind, lässt sich das noch nicht sagen. Wir glauben aber, dass die Erfahrungen der Praktika uns auf jeden Fall helfen uns zu orientieren.

Würdet Ihr anderen Studenten ein Gap-Year und das Programm weiterempfehlen und warum?

Maria: Ich finde, das Gap Year ist eine tolle Option für Bachelor-Absolventen. Ich würde es vor allem denjenigen empfehlen, die noch nicht genau wissen, wie sie ihre berufliche Zukunft gestalten wollen. Die Erfahrungen sind eine Menge wert, und noch dazu baut man ein großes Netzwerk auf.

Wie würdet Ihr das Gap Year-Programm in drei Worten beschreiben?

Imke und Maria: Spannende Erfahrungen, interessante Kontakte, abwechslungsreiche Aufgaben.