DE EN

Unter Hochspannung

Die Zukunft der E-Mobilität hängt maßgeblich auch von der Qualität der Batterien ab. Im Audi-Analysezentrum für Batterien in Neckarsulm schickt Alessandro Monaci die Energiespeicher regelmäßig in einen echten Härtetest. Wie in der Praxis müssen sie in „seinem“  Testcenter auch bei Temperaturen von minus 30 Grad bis zu plus 60 Grad funktionieren. In Teil 5 unserer Serie „Einblicke bei Audi“ spricht der Mitarbeiter Qualitätssicherung über das spannende technische Neuland, das er mit seinen Kollegen vor drei Jahren betreten hat.
Alessandro Monaci im Audi-Analysezentrum für Batterien arbeitet am Computer

Herr Monaci, Sie haben das Batterie-Analysezentrum hier in Neckarsulm mit aufgebaut. War das echte Pionierarbeit?

Ich würde es so ausdrücken: Wir tragen einen wichtigen Mosaikstein zum großen Gesamtbild Elektromobilität bei und agieren zugleich im Interesse der Audi-Kunden. Wenn wir in unserer Analysearbeit auf ein Problem stoßen, geben wir die Erkenntnisse an die Kollegen aus der Technischen Entwicklung weiter, damit es behoben wird.  „Lessons Learned“ – das ist eine der wichtigen Aufgaben unserer täglichen Arbeit in der Qualitätssicherung.

Wie fühlt es sich an, technisches Neuland zu betreten?

Meine Kollegen und ich haben in diesem Projekt vor drei Jahren bei Null angefangen. Die Motorenprüfstände, die zuvor hier gestanden hatten, waren bereits abgebaut. Wir haben die Räume völlig entkernt, selbst Licht und Strom waren abgeschaltet. Die Planung und die Umsetzung waren nicht ganz einfach, sondern... einfach hochspannend.

Was war dabei die größte Herausforderung?

Bei der Planung und Auslegung haben wir Reserven vorgehalten,  sodass wir auch für die Zukunft gut gerüstet sind. Am Hochvolt-Prüfstand können bis 1.000 Ampére Strom, im Peak bis zu 400 kW Leistung und 900 Volt Spannung erzeugt werden. Wenn wir die Batterie entladen, wird die Leistung ins Stromnetz des Gebäudes zurückgespeist, das mussten wir dort berechnen und abprüfen. Die Kühlleistung liegt bei 160 Liter Wasser pro Minute, auch das muss das Gebäude bereitstellen können.

Alessandro Monaci im Audi-Analysezentrum für Batterien prüft Kabelverbindungen
Alessandro Monaci im Audi-Analysezentrum für Batterien

Sind Sie in Ihrer Arbeit mit der Technischen Entwicklung vernetzt?

Ja, wir arbeiten sehr eng mit den Kollegen aus der Technischen Entwicklung in Ingolstadt zusammen und stellen fest, dass sie sich sehr für unsere Arbeit interessieren. Ein anderer wichtiger Partner für uns ist das Qualitätssicherungs-Labor der Werkstofftechnik, das beispielsweise Schweißnähte in den Gehäusen der Module untersucht. Auch hier läuft die Zusammenarbeit sehr gut.

Wie sind die Aufgaben in Ihrem Team verteilt?

Wir sind mehrere Kollegen, aufgeteilt zwischen den Standorten Ingolstadt und Neckarsulm. Jeder von uns betreut eine oder mehrere Batterien beziehungsweise Steuergeräte. Mein Aufgabenbereich umfasst unter anderem die Analyse der Hochvolt-Batteriesysteme , die auf dem Prüfstand im Batterie-Analysezentrum getestet werden.

Wie sehen Ihre Messreihen auf dem Prüfstand aus?

Die Standard-Testreihe, die wir entwickeln, umfasst drei typische Messungen: Innenwiderstand, Kapazität und Leerlaufspannung, alles unter klimatischen Bedingungen. Der Innenwiderstand ist ein Indiz für den Gesundheitszustand der Batterie – je weiter er steigt, desto mehr baut sie ab. Aber das geschieht sehr langsam. Wir versetzen die Batteriesysteme in eine Umgebung auf den Prüfstand, wie sie auch im Auto vorherrscht, als Kühlmedium nutzen wir das gleiche Gemisch aus Wasser und Kühlmittel. Für die Analyse werten wir die Informationen des Master-Steuergeräts und der Sub-Steuergeräte für die Zellmodule aus.

Was ist das Härteste, was eine Batterie auf dem Prüfstand aushalten muss?

Am schwierigsten sind hohe Lade- und Entladeströme in einer sehr kalten Umgebung. Wir können  die thermischen Bedingungen vom Nordkap bis Kuwait simulieren, indem wir die Prüfkammer auf minus 30 Grad abkühlen und bis plus 60 Grad aufheizen. Dabei messen wir unter anderem die Raumtemperatur in mehreren Zonen. Zugleich erfassen Temperatursensoren an der Batterie, wie sich die einzelnen Bauteile unter thermischer Belastung verhalten. Viele unserer Prüfungen laufen über mehrere Tage.

Was sind Ihre nächsten Projekte im Batterie-Analysezentrum?

Wir werden auch an weiteren und zukünftigen Batterieprojekten Messungen und Analysen durchführen. Darüber hinaus werden wir Stichproben-Tests an Neubatterien vornehmen, weil wir über den ganzen Produktzyklus hinweg wissen wollen, ob unsere Qualitätsziele eingehalten werden. Die Analyse von Batterien, die bereits unterschiedliche Laufleistungen erzielt haben, komplettiert unsere Tätigkeit.

Alessandro Monaci

Alessandro Monaci kam am 10. Oktober 1984 in Bad Friedrichshall – ganz nah beim Audi-Standort Neckarsulm – zur Welt. Nach einer Ausbildung zum Energieelektroniker erwarb er die Fachhochschulreife und absolvierte den Zivildienst. An der Hochschule Esslingen studierte Monaci Fahrzeugtechnik, dabei absolvierte er ein Praxis-Semester im V8-/V10-Ottomotorenversuch von Audi.

Seine Abschlussarbeit schrieb Alessandro Monaci mit Unterstützung der AUDI AG in Ingolstadt im Bereich funktionale Simulation. 2011 trat er als Entwickler/Homologierer für den Bereich Massen und Abmessungen seine erste Stelle bei Audi an, seit 2013 arbeitet er als Referent Qualitätssicherung im Batterie-Analysezentrum in Neckarsulm.

Bei Audi warten jede Menge spannender Jobs auf dich. Eine kleine Auswahl stellen wir dir in unserer Serie „Einblicke bei Audi“ vor:

Teil 1: James Garrett, Leiter Recruiting, zum HR-Arbeitsalltag mit Tipps für Bewerber
Teil 2: Doreen Engelhardt, Entwicklerin Innovationen Bedienung, und Manya Sahakyan,  Computerlinguistin, über die neue, intelligente Sprachsteuerung des A8
Teil 3: Alexander Juling, Projektleiter Elektronische Fahrwerksplattform (EFP), über die Grenzen der Physik
Teil 4: Anne Greul, Doktorandin Innovationsmanagement, über eine neue, radikalere Definition des Begriffs Mobilität
Teil 6: Christina Freitag, Danijela Vasic und Projektleiter Matthias Tauber über die neue myAudi App
Teil 7: Dr. Günther Mendl, Leiter Entwicklung E-Traktion/Hochvoltsysteme, zur E-Mobilität bei Audi  

Become a careerloft member and apply for the online Scholarship Program

Benefit from attractive support services and make valuable contacts with top international employers! At careerloft you’ll be able to find the perfect job and employer for you.

Register for free Icon careerloft Icon arrows