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Mastermind der Dynamik

Wenn Kunden in neueren Audi-Modellen mit Längsmotor Fortschritte im Kurvenverhalten und beim Fahrkomfort erleben, haben sie das auch der elektronischen Fahrwerksplattform (EFP) zu verdanken. Im dritten Teil unserer Artikelserie „Einblicke bei Audi“ erläutert der verantwortliche Projektleiter Alexander Juling, wie das EFP mit seinen fünf Rechenkernen funktioniert, von denen zwei aus Sicherheitsgründen gespiegelt sind. 
Alexander Juling, Projektleiter Elektronische Fahrwerksplattform bei AUDI

Herr Juling, bei Audi schreiten die Vernetzung und die Digitalisierung auch im Fahrwerk immer weiter voran. Wie wird es durch die Elektronische Fahrwerkplattform besser?

Die EFP ist ein zentrales Regelsystem – sie verarbeitet alle Signale und Daten, mit denen wir unsere Fahrwerkssysteme regeln, in einem einzigen Steuergerät. Dadurch können wir diese Systeme in ihrer Arbeitsweise noch schneller und intensiver aufeinander abstimmen. Bei einem voll ausgestatteten neuen A8 steuert die EFP das Sportdifferenzial, die Dynamik-Allradlenkung und das Aktivfahrwerk.

Hände halten EFP-Modul, das zentrale Regelsystem von Audi.
Das zentrale Regelsystem EFP errechnet die optimale Arbeitsweise von Fahrwerksystemen.

Was hat der Kunde davon?

Der Kunde erlebt Fortschritte beim Kurvenverhalten, bei der Querdynamik und beim Fahrkomfort. Das bedeutet, dass das ganze Fahrerlebnis noch vielseitiger und besser wird, weil wir die Grenzen der Physik ein wenig hinausschieben können.

Können Sie kurz beschreiben, wie die zentrale Regelarbeit funktioniert?

Nachdem wir die EFP als damals völlig neues System vor zwei Jahren in Serie gebracht haben, haben wir jetzt für den A8 die zweite Generation entwickelt. Sie erfasst zahlreiche Informationen über die Bewegung des Autos und dazu die Daten der beteiligten Fahrwerksysteme. Daraus errechnet sie im integralen Fahrdynamikregler, einer wichtigen Neuerung, die optimale Arbeitsweise dieser Systeme. Wir haben uns bei der EFP 2.0 für eine Architektur mit fünf Rechenkernen entschieden, von denen zwei aus Sicherheitsgründen gespiegelt sind.

Hat die EFP in ihrem Gehäuse auch eigene Sensoren an Bord?

Ja, etwa die Sensoren für die Beschleunigung des Aufbaus. Hier geht es um Präzision im Mikrometer-Bereich. Um ihre Signale nicht zu verfälschen, müssen wir die EFP genau in der Mitte des Autos, also in Nulllage, auf dem Tunnel einbauen. Ein wichtiger Faktor dafür ist die spezielle Form der Bodenplatte, ein anderer die Feineinstellung jeder einzelnen Einheit. Sie erfolgt beim Lieferanten und danach noch einmal auf dem Fahrwerksprüfstand in der Fabrik.

Wie könnte eine nächste Ausbaustufe der EFP aussehen?

In der nächsten Ausbaustufe wird die EFP auch an den Anforderungen eines elektrisch angetriebenen Fahrzeugs ausgerichtet sein.

Die große Stärke der EFP liegt in der Integration und im zentralen Management. Gilt das auch für Ihre Tätigkeit als Projektleiter in der Zusammenarbeit mit den Kollegen?

Unbedingt! In unserem Projekt kennt jeder jeden, und wir reden offen und ehrlich miteinander und mit den Kollegen aus den anderen Abteilungen. Wenn eine neue Herausforderung auftaucht, bewältigen wir sie gemeinsam – das ist ein Stück gelebte Audi-Kultur.

Wo wird die Stärke dieser Philosophie deutlich?

Die zweite Generation der EFP war schon ein großes Projekt. Die komplexe Architektur mit den fünf Rechenkernen war eine große Herausforderung. Durch das Zusammenspiel der einzelnen Teammitglieder haben wir das Projekt trotzdem schnell ungesetzt.

Alexander Juling

Alexander Juling kam 1984 im münsterländischen Rheine zur Welt. Nach dem Abitur studierte er an der TU Darmstadt Informatik, dabei absolvierte er ein Praktikum im Anforderungsmanagement Automotive beim Entwicklungsdienstleister Bertrandt und ein Auslandsjahr in Schweden. Seinen Master-Abschluss in Informatik verband er mit dem Anwendungsfach Fahrdynamik und Fahrkomfort, zu jener Zeit noch eine exotische Kombination. Juling begann seine Berufslaufbahn 2010 bei Bertrandt und wechselte 2012 zu Audi. Von 2014 an verantwortete er als Projektleiter die Entwicklung der EFP, seit Oktober 2017 ist er Teilprojektleiter Fahrerassistenzsysteme für die Oberklasse-Baureihen der Marke.

Bei Audi warten jede Menge spannender Jobs auf dich. Eine kleine Auswahl stellen wir dir in unserer Serie „Einblicke bei Audi“ vor:

Teil 1: James Garrett, Leiter Recruiting, zum HR-Arbeitsalltag mit Tipps für Bewerber
Teil 2: Doreen Engelhardt, Entwicklerin Innovationen Bedienung, und Manya Sahakyan,  Computerlinguistin, über die neue, intelligente Sprachsteuerung des A8
Teil 4: Anne Greul, Doktorandin Innovationsmanagement, über eine neue, radikalere Definition des Begriffs Mobilität
Teil 5: Alessandro Monaci, Mitarbeiter Qualitätssicherung, zum Testcenter für Hochvolt-Trakionsbatterien
Teil 6: Christina Freitag, Danijela Vasic und Projektleiter Matthias Tauber über die neue myAudi App
Teil 7: Dr. Günther Mendl, Leiter Entwicklung E-Traktion/Hochvoltsysteme, zur E-Mobilität bei Audi ​​​​​​​

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