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Nie anfangen, aufzuhören – Henrike Densky, Vorstandsassistentin bei der Allianz

Sarah Grewing 04.04.2016
Master of Science in VWL, Praktikantin, Werkstudentin, Projektmanagerin, Vorstandsassistentin – Henrike Denskys Karriere bei der Allianz Deutschland AG verlief ganz klassisch. Typisch ist ihr Werdegang bei dem Versicherer jedoch nicht unbedingt: „Ich kenne nur zwei Kollegen, deren Weg ins Vorstandsassistentenprogramm ebenso verlief wie meiner. Ansonsten gibt es viele unterschiedliche Einstiegswege und akademische Hintergründe“, erzählt die 29-Jährige.
Henrike Densky im Interview mit careerloft
Henrike Densky

„Was uns alle vereint, sind ausgeprägtes Engagement, Zielstrebigkeit und der Wunsch, sich schnell für eine Führungsposition zu qualifizieren.“ Zudem zeichneten sich alle Vorstandsassistenten durch anspruchsvolle Praktika aus, etwa in der Beratungsbranche oder in Großkonzernen. Gewisse Vorteile bringe ihr Werdegang allerdings dadurch mit sich, dass ihr der frühe Kontakt zum Unternehmen einen guten Einblick in die Strukturen und erste persönliche Kontakte verschafft habe.

Die rechte Hand des Vorstands

Die sechs bis acht Jahre des Vorstandsassistentenprogramms gliedern sich in drei Phasen. Henrike Densky ist nun knapp ein Jahr dabei und befindet sich daher noch in Phase 1, welche insgesamt eineinhalb bis zwei Jahre dauert. Derzeit ist sie, ganz knapp gesagt, die rechte Hand von Frank Sommerfeld, der als Mitglied des Vorstands der Allianz Versicherungs-AG für das private Sachversicherungsgeschäft zuständig ist. „Ich bereite zum Beispiel Mitarbeiter- oder Führungskräfteveranstaltungen vor, vor allem inhaltlich“, so Densky.

„Meine Hauptaufgabe besteht jedoch darin, Herrn Sommerfeld alle Informationen zu beschaffen, die er benötigt, um fundierte Entscheidungen zu treffen.“ Dahinter stecke vor allem Recherchearbeit und der Kontakt zu den jeweiligen Experten der Allianz. „Als Vorstandsassistentin bin ich in der Regel in der Nehmer-Position, da ich viel Input anfragen muss, damit etwa alle fachlichen Aspekte bei einer Entscheidung berücksichtigt werden“, erklärt sie. „Die drei wichtigsten Soft Skills eines Vorstandassistenten sind daher Kommunikationsfähigkeit, Empathie und Wertschätzung.“

Ein vielseitiger und umfangreicher Job

Einen typischen Arbeitsalltag gebe es nicht, so Frau Denksy. „Ich versuche zwar, den nächsten Arbeitstag immer am Vorabend vorzubereiten, jedoch kommt es dann doch häufig anders als geplant. Im Vorzimmer eines Vorstandsmitglieds laufen eben viele Fäden zusammen.“ Viel Zeit für Freunde und Hobbys bleibe da nicht. Henrike Densky versucht dennoch, so viel Zeit wie möglich in der Natur zu verbringen. „Ich treibe sehr gerne Sport – und mit den Isarauen und den Bergen direkt vor der Haustür, stehen Wandern, Klettern und Skifahren mit Freunden auf dem Programm, sobald es sich einrichten lässt“, erzählt Densky.

Die Arbeitsutensilien, die sie daher keinesfalls missen möchte, seien Laptop und Smartphone: „Viele Arbeitnehmer fühlen sich durch die ständige Erreichbarkeit eingeschränkt, doch ich sehe das anders. Die heutige Technologie gibt mir mehr Freiheit. So kann ich auch mal früher Feierabend machen, Essen oder ins Fitnessstudio gehen, obwohl ich noch einen Anruf oder eine E-Mail erwarte. Reagieren zu können, aber nicht zu müssen, hilft mir persönlich sehr dabei, Beruf- und Privatleben unter einen Hut zu bringen.“

Die nächsten Stationen und ein guter Rat

Ende dieses Jahres wird Henrike Densky mit der zweiten Phase des Vorstandsassistentenprogramms starten, in der sie ihre erste Führungsaufgabe übernimmt. „Hier gibt es dann verschiedene Bereiche, in die ich einsteigen könnte, im Vertrieb oder im Betrieb – abhängig vom Talentprofil“, erzählt sie. „Wohin es mich verschlägt, habe ich noch nicht final entschieden. Hierzu stehe ich aber in engem Austausch mit  meinem Chef und Mentor Herrn Sommerfeld.“

Überhaupt ist ihr der direkte Austausch mit ihm sehr wichtig: „Es ist nicht so, dass wir uns zu festen Terminen zusammensetzen. Wir arbeiten täglich zusammen und haben einen guten Draht zueinander. Es herrscht also vielmehr ein stetiger Austausch, welcher meiner Meinung nach ohnehin die größten Lernmomente erzielt.“ Für ihren weiteren Weg bei der Allianz habe sie zwar einen groben Plan, gehe diesen aber Schritt für Schritt an. So habe sie auch noch kein genaues Ziel für Phase drei des Vorstandsassistentenprogramms, in der sie das Senior Management eines Unternehmensbereichs erwartet.

Den careerloft-Mitgliedern, die ebenfalls eine Führungskarriere anstreben, rät Densky: „Engagiert Euch in jedem Bereich Eures Lebens und gestaltet Eure Umwelt aktiv mit – sei es in Eurer Uni, Eurer Heimatstadt, in Vereinen oder Ähnlichem – und sammelt Erfahrung.“ Im Leben ginge es schließlich darum, aktiv zu sein, immer wieder Neues zu lernen und sich weiterzuentwickeln, sagt sie. Diese Einstellung spiegelt auch Henrike Denskys Lebensmotto nach Cicero wider: „Fange nie an, aufzuhören – höre nie auf, anzufangen.“