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Arbeiten im Agile Training Center

Christian Focken 23.10.2017
Tischtennis, Sitzsäcke und Kicker? Leger gekleidete Mitarbeiter? Passt das zum traditionsreichen Allianz-Konzern? Ja, wie ein Besuch des Agile Training Centers in Stuttgart zeigt. Hier arbeiten die Mitarbeiter täglich an neuen Ideen, damit die Allianz Deutschland auch in Zeiten der Digitalisierung ihre führende Stellung behaupten kann. 
Zwei Mitarbeiter der Allianz vor Rechnern im agilen Trainingscenter in Stuttgart
Ein Blick in das agile Trainingscenter der Allianz in Stuttgart

Die Start-up-Atmosphäre ist gewollt

„Agil“, das heißt „beweglich“, „wendig“ oder „von großer Beweglichkeit zeugend“ – und genau diese Beweglichkeit müssen traditionsreiche Konzerne wie die Allianz an den Tag legen, um sich im Wettbewerb der Zukunft zu behaupten.

Kundenverhalten ändert sich

Dieser Wettbewerb wird zunehmend von der Digitalisierung bestimmt, die Hand in Hand mit der Automatisierung und Globalisierung die deutsche Wirtschaft und Gesellschaft verändert und manchem Manager die Schweißperlen auf die Stirn treibt. Auch für die Allianz sind die Herausforderungen vielfältig: Sie muss technologisch Schritt halten, Lösungen für verändertes Kundenverhalten finden und die Mitarbeiter auf dem Weg in die digitale Zukunft mitnehmen. Eine Herausforderung von großem Ausmaß.

Mit einem Klick zur neuen Versicherung?

Stichwort Kunde: Er ist es durch Apple, Amazon und Co. gewohnt, mit wenigen Klicks genau die Produkte oder Dienstleistungen zu erhalten, die er sich wünscht. Alles soll rasch, einfach und intuitiv geschehen. Diese Erwartungshaltung überträgt der Kunde auf andere Lebensbereiche wie seinen Versicherungsschutz. Bei Deutschlands größtem Versicherer Allianz spricht man deshalb vom „hybriden“ Kunden – der im Internet Informationen sucht und unterschiedliche Angebote vergleicht, andererseits aber auch persönlich beraten werden möchte. Schließlich stellen Versicherungen ein existenzielles Thema dar und sind zugleich deutlich weniger greifbar als beispielsweise ein Auto oder ein Handy.

Agile Training Center bieten Lösungen

In dieser Gemengelage braucht die Allianz Ideen, Begeisterung und Weitblick – und ein Konzept, diese Antriebsfedern zielführend unter einen Hut zu bekommen. Einen Teil der Lösung stellen die beiden Agile Training Center = ATC dar, von denen die Allianz je eines in München und Stuttgart betreibt. Die ATC sind Teil der Digital Factory der Allianz Deutschland.

Digital Factory

Die Digital Factory der Allianz Deutschland steht auf mehreren Säulen. Eine davon sind die Agile Training Center, eine weitere die Kaiser X Labs. Dort arbeiten Experten für Design und Usability, die als „Kundenversteher“ auch in den ATC-Teams im Einsatz sind und z.B. Kundentests durchführen. Eine weitere Säule bildet das Digital Factory Steering, das sich um übergreifende Themen kümmert und ein wichtiger Ansprechpartner für die ATC-Teams ist.

Customer Journey stetig optimieren

Die ATC-Teams sind ressortübergreifend aufgestellt. Hier arbeiten Product Owner, Scrum Master, UX-Designer und Software-Entwickler mit verschiedenen Ausrichtungen (z.B. Architektur, DevOps) Hand in Hand, unterstützt von weiteren Fach-Experten. Ihr gemeinsames Ziel: Leistungsstarke Software und reibungslose Prozesse entwickeln im Sinne einer optimalen Customer Journey, also den Phasen, die ein Kunde durchläuft, bevor er sich zum Kauf eines Produktes oder einer Dienstleistung entschließt. „Hier im Agile Training Center arbeiten wir schnell und effizient zusammen. So entwickeln wir digitale Produkte und Services für unsere Kunden – und das ganz nah am Kunden. Denn in den agilen Teams wird die Software immer wieder mit Kunden getestet, ihr Feedback fließt in die Entwicklung ein“, erklärt Andreas Nolte, CIO der Allianz Deutschland.

Scrum Master überwacht Sprints

In den ATC erinnern nicht nur Sitzsack und Kicker an Arbeitsweisen, die man von Start-ups und Tech-Companies kennt. Morgendliche Stand-up-Routinen, moderne Arbeitsplätze, an denen zwei Entwickler mit zwei Bildschirmen, aber nur einem Rechner arbeiten, um das Vier-Augen-Prinzip zu stärken, sowie sehr teamorientierte agile Entwicklungsprozesse dominieren den Arbeitsalltag in den ATC. „In unserem Team ist die Entwicklung von Lösungen echter Kundenprobleme in sogenannten Sprints organisiert“, erläutert Robert Sinz. „Diese dauern in der Regel 1-3 Wochen. Als Scrum Master kümmere ich mich darum, dass dieser Entwicklungsprozess angewendet wird.“ Scrum ist ein Vorgehensmodell aus dem Projekt- und Produktmanagement, das vor allem in der Software-Entwicklung angewendet wird.

White Boards und bunte Sitzsäcke

In diesem Umfeld können die Mitarbeiter ihr Wissen besser austauschen, im Team neue kreative Ideen entwickeln und testen sowie bestehende Produkte beständig hinterfragen. Arbeitsplätze mit Rechnern gibt es im ATC in großer Zahl. Mehr überraschen da schon die vielen Stellwände voller bunter Post-its sowie engbeschriebene White Boards, die gerne auch eine ganze Wand bedecken. Vor ihnen treffen sich die Mitarbeiter regelmäßig, um den Status Quo ihrer Projekte zu diskutieren und den Fortschritt zu dokumentieren. Auch das versprüht Start-up-Atmosphäre und ist genauso gewollt.

Start-up oder Konzern? 

Wenn du dich das fragst, solltest du dir die IT-Welt der Allianz genauer anschauen. Hier bekommst du in Teilen beides – also Start-up und Konzern-Flair – und kannst dazu beitragen, den größten Versicherungskonzern Deutschlands noch zukunftsfähiger zu machen.

Schau dir auch das Video aus dem ATC in Stuttgart an. CIO Andreas Nolte führt dich dort durch den Arbeitsalltag. Viel Spaß!